Horst
Gunkel, Band
4 der Metta-Sangha-Saga: Nilay - der Sohn Jesu - Kapitel
13
letztmals bearbeitet am 18.03.2026
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Seite erläutert.
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13 - Ins Kloster Weiße Wolke
Als es bergauf ging, war es für Nilay fast, als würde er nach Hause kommen: Ja, da war er wieder - der Himalaya. Und als er es von Weitem sah, erkannte er es von den Beschreibungen seines Vaters: das Kloster „Weiße Wolke“.
Am Klostereingang war ein Mönch am Fegen. Nilay sprach ihn an: „Guten Tag Ehrwürdiger, bei wem bitte ich denn hier um die Aufnahme als Novize!“
Der Mönch musterte ihn von oben bis unten: „Du willst Novize werden? Du wirkst eher wie ein Handwerker. Warum möchtest du denn Novize werden?“
„Nur wer Novize war, kann Mönch werden - und nur wenn Mönch
war, kann Abt werden“, war Nilays wahrheitsgemäße Aussage,
die allerdings recht arrogant wirken musste. Andererseits fand es Nilay
auch unangemessen, das er sich vor einem subalterner Mönch dafür
rechtfertigen musste, dass er um Aufnahme als Novize bat.
Kopfschüttelnd sah ihn der Mönch an: „Du willst also Abt werden, ja?“
„Nicht gleich, mein Lieber, erst mal Novize, der Rest ergibt
sich dann von allein,“ antwortete Nilay mit einem leichten Lächeln.
Der Mönch schüttelte den Kopf und zuckte etwas hilflos mit den Schultern: „Also ich bringe dich erst mal zu Atulyamitta!”
„Gut, gehen wir zu Atulyamitta. Was ist seine Funktion?”
„Er ist der Sekretär des Abts.”
„Und der Abt, ist das eigentlich noch immer Aryamitta?”,
wollte Nilay weiter wissen. Aryamitta war
Abt als sein Vater hier ordiniert wurde.
„Woher kennst du denn Aryamitta?”, wunderte sich der
Mönch.
„Aus dem Kloster in dem er früher war, aus Rājagṛha”,
war Nilays lakonische Antwort.
„Das kann nicht sein! Aryamitta leitet dieses Kloster seit mehr als 30 Jahren!”
„Ich weiß”, antwortete der nicht mal zwanzigjährige Nilay, dem dieser Dialog mehr und mehr Spaß bereitete..
„Warte hier!” Sie waren offenbar vor der Tür von Atulyamittas Zelle angekommen. Der Mönch klopfte an. Als er aufgefordert wurde einzutreten, verschwand er hinter der Tür.
„Was gibt es, Pasadin?” fragte der Sekretär, nachdem Pasadin die Tür hinter sich geschlossen hatte.
„Da ist ein komischer Mann - er sagt er will Abt werden, aber vorher erst Novize und Mönch.” Atulyamitta verzog das Gesicht.
Dann ergänzte Pasadin: „Er sagt er kennt Aryamitta aus Rājagṛha.”
Atulyamitta runzelte die Stirn: „Dann muss es ein sehr alter Mann sein, ich selbst habe Aryamitta damals hierher geholt, das müssen jetzt ungefähr 35 Jahre her sein, vielleicht auch etwas länger.”
„Das ist ja das Merkwürdige: er ist nicht mal 20.”
Atulyamitta zuckt mit den Schultern: „Na dann sehe ich mir den merkwürdigen Herrn doch einmal an. Herein mit ihm.“
Pasadin brachte Nilay in das Zimmer des Sekretärs, der sagte: „Danke Pasadin, du kannst jetzt gehen.” Was dieser machte - auch wenn er das äußerst schade fand. Es hätte ihn schon interessiert, wie Atulyamitta mit diesem merkwürdigen Vogel umgeht.
„Guten Tag, Ehrwürdiger Atulyamitta, ich freue mich Eure Bekanntschaft machen zu dürfen! Mein Name ist Nilay.”
„Pasadin berichtet merkwürdige Dinge über dich. Kannst du mir vielleicht auch sagen, wo ich vor 40 Jahren war?”
„Nilay sah seinen Gegenüber an. Vor 40 Jahren? Ja - hier im Haus, Ihr wart ja noch nicht lange ordiniert, das muss kurz vor dem Tod des Abtes gewesen sein, also Aryamittas Vorgänger, wie hieß er noch gleich?”
„Er hieß Padmasuri. Du bist sehr gut informiert, bist du hier aus der Gegend? Aber deine Stimme klingt dennoch irgendwie fremd.”
Nilay erklärte: „Ich habe in den letzten Jahren ganz Bhārat Gaṇarājya durchreist, von Taxila bis Kerala, von Kerala bis Pataliputra. Jetzt bin ich hier um Novize zu werden.”
„Und dann später Abt, wie man hört.”
„Sehr viel später, zwischendurch wird eine lange Zeit als
Mönch sein”, rückte Nilay zurecht.
„Du kennst den Dharma?”
„Ja.”
„Hast du Meditationserfahrung?”
„Ja.”
„Weißt du was ein Jhāna ist.”
„Ich beherrsche sie alle.”
„Alle vier?”, fragte Atulyamitta verwundert.
„Alle acht, also auch die formlosen Jhānas. Ich habe sie bei Maharadesh erlernt.”
„Meines Wissens gab es nur einen Schüler von ihm der, wie der Meister selbst, alle Jhānas erreicht hat”, sagte Atulyamitta mit bestimmter Stimme.
„Dann sind Eure Informationen älter als fünf Jahre.”
Atulyamitta stutzte. Natürlich hatte Nilay recht - aber konnte dennoch nicht glauben, dass dieser junge Mann das geschafft haben sollte. Andererseits: als Jesus vor langer Zeit bei Maharadesh war, war er auch nicht älter. Dann sagte er: „Gut ich bringe dich jetzt zur Kleiderkammer. Anschließend soll dich der Mönch von der Kleiderkammer zu Aryamitta bringen.”
In der Kleiderkammer erhielt Nilay die üblichen drei Roben in der Version für Novizen. Dann brachte ihn der Mönch, der ihm die Kleider gegeben hatte, zum Zimmer des Abtes, wo er anklopfte.
Als er hereingerufen wurde betrat Nilay Aryamittas Raum. Er verbeugte sich tief vor dem Abt, der auf einem Kissen saß, das auf einer Art kleinem Podest lag. Ein weiteres Sitzkissen lag auf dem Boden. „Nimm Platz, Nilay.”
Als der sich gesetzt hatte, fragte Aryamitta: „Ist es richtig, dass du bei Maharadesh warst.”
„Ja, Ehrwürdiger.”
„Kennst du den Pāḷi-Kanon?”
„Nicht vollständig, aber doch die wichtigsten Teile, meine Mutter war zehn Jahre Nonne.”
„Ah, das erklärt vieles. Ich würde mich gern mir dir in einer Woche nochmal unterhalten, wenn du das Klosterleben kennengelernt hast.”
„Das ist eine ausgezeichnete Idee, Ehrwürdiger.” Nilay stand auf und verneigte sich. Das war ja ein kurzes Gespräch, dachte er.
Aryamitta hatte sich einen flüchtigen
Eindruck von dem neuen Novizen gemacht - aber irgend
etwas an ihm hatte den Abt verunsichert. Irgendetwas
erinnerte ihn an irgend jemanden. Er wusste nur nicht an
wen.
In den nächsten Tagen lernte
Nilay das klösterliche Leben kennen. Der Tag begann sehr
früh morgens mit der Morgenmeditation - die dauerte
zwischen ein und zwei Stunden und endete bei
Sonnenaufgang. Dann war eine Stunde Zeit u.a. für
Körperpflege.
Anschließend war `Novizenkurs´; hier trafen sich die insgesamt elf Novizen mit zwei Mönchen. In der Regel trug einer der beiden Mönche etwas vor - entweder eine Geschichte aus dem Leben des Buddha oder es ging um einen wichtigen Begriff des Dharma, oder auch um die Arbeit in der Meditation. Anschließend stellten die Novizen Fragen, die immer von einem der Mönche beantwortet wurden. Niemals gab einer der Novizen eine Antwort oder fragte nach. Das war völlig anders, als Nilay das aus seinem Schulunterricht in der Mettā-Sangha kannte. Nilay stellte in den ersten beiden Tagen keine Fragen. Er hörte sich alles nur an.
Am dritten Tag jedoch fragte ein Novize: „Die Brahmanen lehren, dass der Atman, die Seele, wiedergeboren wird. Auch der Buddha spricht von Wiedergeburt, leugnet aber die Existenz des Atman. Was ist es denn dann, was wiedergeboren wird?”
„Es ist das Viññāna, das Bewusstsein”, antwortete ihm Sraddhaketu, „es ist das Viññāna, das wiedergeboren wird.”
Der Novize nickte. Nilay aber war mit dieser Antwort unzufrieden, er sagte: „Das klingt jetzt so, als sei das Viññāna, das Bewusstsein, der feste Wesenskern, der von einem Leben zum anderen weitergegeben wird. Dann wäre aber das Bewusstsein das gleiche wie der Atman in der Lehre der Brahmanen, so als hätten wir nur einen anderen Begriff für die gleiche Sache. Das Bewusstsein ist aber etwas, das sich im Laufe unseres Lebens entwickelt und durch neue Sinnenseindrücke von außen oder durch unser Denken modifiziert wird. Demnach wäre es exakter zu sagen, dass der Bewusstseinsmoment im Augenblick des Todes mit dem Bewusstseinsmoment im Augenblick der Wiedergeburt identisch sei - wie es auch im Theravada, dem viele Mönche dieses Klosters angehören, gelehrt wird. Ich würde sogar noch etwas weitergehen und sagen, das zu diesem Viññāna auch die Teile gehören, die wir zwar abgespeichert haben, die uns aber normalerweise nicht bewusst sind, wie Ängste aufgrund traumatischer Erfahrungen. Auch das wird über ein Leben hinaus weitergegeben.”
Inzwischen war Sraddhaketu im Geischt rot angelaufen: „Was unterstehst du dich - du ein gerade einmal seit zwei Tagen im Kloster befindlicher Novize - meine Belehrung anzuzweifeln! Hast du denn gar keinen Anstand! Novizen haben Fragen zu stellen - die Mönche antworten.”
Nilay sah seinen Widersacher an. Sollte er ihm widersprechen? Er entschloss sich zu etwas anderem: „Darf ich Euch eine Frage stellen, ehrwürdiger Sraddhaketu?”
Konsequenterweise musste Sraddhaketu ihm dies gestatten, auch wenn ihm nicht wohl dabei war: „Gut, dann frage, Novize Nilay.”
Dieser Aufforderung kam Nilay gern nach: „War etwas falsch in dem was ich über das Viññāna ausgeführt habe, und wenn ja: was.”
„Darum geht es doch gar nicht, Nilay! Es geht darum, wer hier die Fragen stellt und wer die Antworten gibt.”
Nilay machte dennoch keine Rückzieher: „Ich bitte höflich darum, dass ihr mir sagt, ob das, was wiedergeboren wird, das Bewusstsein im Todesmoment ist und ob dazu auch unbewusste und möglicherweise verdrängte Teile des Viññāna gehören!”
Bevor Sraddhaketu antworten konnte mischte sich jetzt der andere anwesende Mönch, Gossananda, ein: „Das ist eine interessante Frage, Bruder Sraddhaketu, und ich muss zugeben, dass ich sie momentan nicht beantworten könnte. Kannst du sie Nilay und mir beantworten? Dann könnte auch ich hier noch etwas dazulernen.”
Sraddhaketu sah seinen Kollegen mit einem versteinertem Blick an, von dem Nilay dachte: `Gut das Blicke nicht töten können, sonst würde sich Sraddhaketu jetzt ganz schlechtes Karma machen´.
Sraddhaketu stand abrupt auf: „Das ist mir jetzt zu blöde hier!”- und verließ den Raum. Die Novizen schauten auf Gossananda. Dieser räusperte sich, bevor er sagte: „Lassen wir es für heute dabei, wir sehen uns dann morgen zur gleichen Zeit wieder.”
Nilay stand auf, er war unschlüssig, was er jetzt machen sollte. Da sprach Gossananda ihn an: „Lass uns doch mal bei Atulyamitta vorbeischauen!”
„Beim Sekretär des Abtes? Das ist vermutlich gar keine schlechte Idee.”
Dort angekommen fragte Gossananda den Sekretär: „Gibt´s was Neues?”
Atulyamitta sah den Mönch an: „Ihr
habt dem armen Sraddhaketu mächtig zugesetzt, wie es
scheint. Er ist hier wutentbrannt aufgetaucht und wollte
unbedingt sofort zu Aryamitta vorgelassen werden.”
Dann blickte er Nilay an und ergänzte: „Wie kommt es nur, dass ich mich nicht wundere, dass so etwas hier erstmals vorkam, kurz nachdem du hier aufgetaucht bist, Nilay?”
Aber Gossananda nahm den Novizen in Schutz: „Nilay trifft keine Schuld. Es ist vielmehr so, dass das Unterrichtsverständnis von Sraddhaketu und das von Nilay nicht kompatibel sind.”
„Nicht kompatibel sind!” echote Atulyamitta. „Eine interessante Art, das zu beschreiben. Es ist aber sicher sehr gut, dass ihr hier in der Nähe seid. Ich kann mir vorstellen, dass der Abt euch in Kürze einbestellen wird. Ach, und einer von euch beiden kann mir gerade einmal helfen, die Bücher dahinten zu ordnen.”
„Das mache ich!” sagte Nilay, dem es lieber war, wenn er und Gossananda nicht beisammen standen - damit es nicht so aussieht, als hätten sie sich abgesprochen.
Kurz darauf verließ Sraddhaketu das Zimmer des Abtes und wollte schweigend gehen, daher fragte Atulyamitta: „Sollst du mir vielleicht irgend etwas ausrichten, Sraddhaketu?”
Der sah den Sekretär verwundert an, dann sagte er: „Ach ja, du sollst Gossananda zu ihm schicken.”
Gossananda, der das gehört hatte, ging ins Zimmer des Abtes. Als er es später verließ, rief er Nilay zu, der mit Atulyamitta die Bücher ordnete: „Jetzt sollst du zu ihm rein!”
Nilay nahm eine demütige Haltung ein, als er das Zimmer des Abtes betrat.
Aryamitta sah ihn vorwurfsvoll an: „Du bist noch nicht einmal drei Tage da, und schon kommt es zu einem ersten Eklat. Bist du gekommen um Unfrieden zu stiften?”
„Nein, Ehrwürdiger, selbstverständlich nicht, ich bin gekommen um Mönch zu werden - um noch tiefer in den Dharma einzudringen.”
„Was war los, Nilay?”
Dann erzählte Nilay
faktengetreu, was sich während des Unterrichts
abgespielt hatte. Als er geendet hatte, bestätigte Aryamitta:
„Genauso, wie du es erzählt
hast, hat es auch einer der beiden Mönche erzählt.”
Er schwieg einen Augenblick, denn er erwartete, dass Nilay etwas sagte. Da dieser das jedoch nicht tat, fuhr er fort: „Wir beide wissen genau, welcher von beiden, es so geschildert hat wie du. Aber was soll ich jetzt machen?”
Nilay wartete einen Augenblick, er hielt das für eine rhetorische Frage, auf die sein Gegenüber keine Antwort erwartete. Doch als dieser schwieg, sagte er schließlich: „Ehrwürdiger Aryamitta - mir steht es nicht zu, Euch Handlungsempfehlungen zu geben. Ich bitte Euch nur um eines: Schickt mich nicht weg. Ich bin gekommen, um zu lernen. Nicht irgendwo, sondern bei Euch! Ihr wurdet mir als einer der weisesten Abte in ganz Bhārat Gaṇarājya empfohlen, daher habe ich den weiten Weg von Kerala hierher auf mich genommen.”
Aryamitta sah den jungen Mann, den er noch immer nicht einschätzen konnte, eindringlich an, dann sagte er: „Es wäre für mich sicher das einfachste, wenn ich das täte, was du nicht willst: dich wegzuschicken. Aber ich kenne dich auch zu wenig um guten Gewissens sagen zu können: Bleib. Du wirst daher zunächst einmal in meiner Nähe bleiben. Ich will dich unter Beobachtung haben. Du wirst aber - wenn Dritte zugegen sind - schweigen, außer wenn du gefragt wirst. Sind wir allein, dann kannst du mir Fragen stellen. In spätestens einer Woche werde ich wissen, wie ich mit dir weiter verfahren soll.”
Nilay atmete auf: „Ehrwürdiger, ich danke Euch für diese weise Entscheidung. Ich werde mich bemühen, mich ihrer würdig zu erweisen.”
In der Tat war es jetzt so, dass – wenn Aryamitta meditierte – meditierte Nilay neben ihm. Wenn Aryamitta aß – selbstverständlich nur einmal täglich vor der Mittagsstunde – aß Nilay neben ihm. Und selbst wenn Aryamitta in Besprechungen oder im Dharma-Studium mit anderen Mönchen war, war Nilay ebenfalls zugegen. Nilay schwieg – außer wenn er gefragt wurde. Und wann immer er befragt wurde, waren die anderen erstaunt über das analytische Herangehen des jungen Mannes und den großen Grad sowohl an Wissen als auch an Weisheit, die er bereits erworben hatte.
Wenn Aryamitta und Nilay allein waren, fragte der Jüngere den Abt mitunter etwas, dessen er sich unsicher war, und er war dankbar für die Belehrungen, die er dann erhielt.
Am fünften Tag setzte sich Aryamitta in seinem Dienstzimmer auf den Platz, den er bei ihrer ersten Unterredung eingenommen hatte. Er forderte Nilay auf, ihm gegenüber Platz zu nehmen.
„Nilay, ich habe mir in den letzten Tagen ein Bild über dich machen können und auch deinen hohen Kenntnisstand festgestellt, den nur die wenigsten unserer Mönche haben. Ich werde dich daher nicht mehr in den Novizenkurs stecken. Du wirst in Zukunft zusammen mit den Mönchen an Gesprächskreisen und am Arbeitsleben teilnehmen. Solltest du meine Erwartungen weiterhin so gut erfüllen wie in diesem Tagen, steht einer Ordination in sechs Monaten nichts im Wege. Du hast inzwischen auch Einblick in die verschiedenen Arbeiten hier gehabt. Hast du einen speziellen Wunsch für deinen Arbeitseinsatz?”
„Erst einmal möchte ich mich bei Euch für die positive Einschätzung meiner Person bedanken. Da fällt mir ein großer Stein vom Herzen! Selbstverständlich bin ich mit jeder Arbeit, die Ihr mir zuweist, einverstanden. Aber es ist in der Tat so, dass es eine Tätigkeit gibt, die ich deutlich lieber machen möchte, als andere - weil ich der festen Überzeugung bin, sie wird ganz wichtig, wenn ich eines Tages dieses Kloster verlassen werde, es ist die Arbeit in der Schreibstube, das Kopieren des Pāḷi-Kanons.”
Aryamitta schaute den Novizen nachdenklich an: „Du denkst schon daran, das Kloster zu verlassen. Das finde ich schade. Wir brauchen hier fähige Männer. Nicht nur in der Schreibstube, sondern auch in der Ausbildung der Novizen. Du hast selbst mitbekommen, wie nötig das ist. Daher werden wir es folgendermaßen machen: vormittags wirst du zusammen mit Gossananda die Novizenausbildung leiten, ich werde Sraddhaketu mit einer anderen Aufgabe betrauen...”
Nilay sah ihn ungläubig an: „Ich, der nur zwei Tage als Schüler in der Novizenausbildung war, soll diese jetzt mit Gossananda leiten? Ist das Euer Ernst?”
„Nun, du hast immerhin mit Gossananda einen erfahrenen Kollegen dabei. Außerem ist es wohl dringend nötig, den Stil in der Novizenausbildung zu ändern - du erscheinst mit dafür der geegnete Mann. Nachmittags kannst du dann in der Schreibstube arbeiten. Melde dich einfach morgen nach dem Mittagessen bei Viryakirti.”
Vor Schreck riss Nilay die Augen auf: „Bei Viryakirti?”
Das wiederum verunsicherte den Abt: „Was hast du? Du kennst Viryakirti doch gar nicht, er war nicht da, als wir in der Schreibstube waren. Er war zwei Wochen krank, lag im Krankenzimmer, jetzt ist er genesen und kann morgen die Arbeit wieder aufnehmen. Oder hast du etwas über ihn gehört, was dich beunruhigt?”
Natürlich hatte Nilay von ihm gehört - wenn auch nichts, was ihn hätte beunruhigen können. Schließlich hatte sein Vater vor sehr langer Zeit jahrelang mit ihm zusammengearbeitet, hatte von ihm das Schreiben gelernt.
„Nein, Ehrwürdiger, nichts was mich beunruhigt, es freut mich vielmehr ihn kennenzulernen, ich hätte nicht gedacht, dass er diese Arbeit immer noch macht. Das tat er doch schon, als ihr hierher kamt, vor gut 30 Jahren.”
Und wieder sah Aryamitta den jungen Mann so merkwürdig an: „Habt ihr mitunter Erinnerungen an ein früheres Leben als Mönch?”
Nilay fühlte sich ertappt, er musste vorsichtiger sein, wenn er hier inkognito bleiben wollte, daher versicherte er: „Nein, keineswegs, Ehrwürdiger, ich habe keine Erinnerung an frühere Existenzen!”
Der Abt atmete auf.
Am nächsten Tag ging Nilay, sofort nachdem er seine
Mahlzeit beendet hatte, zur Schreibstube, in der zwei
große Schreibpulte standen, und wartete dort auf Viryakirti. Auf dem einen Schreibpult
lagen zwei Palmblattbücher, also zwei Bücher aus
Palmblättern, die dann an einer Seite aufgefädelt waren.
Papier gab es damals in Indien noch nicht.
Die Palmblattbücher mussten in bestimmten Tüchern aufbewahrt werden, damit sie möglichst lange bis zum unweigerlichen Zuschlagen der Vergänglichkeit existierten, also bis zu 400 Jahre, wenn es gut ging. Vorher mussten sie erneut abgeschrieben werden. Nilay begutachtete die Schriftzeichen: sie waren inzwischen in Pāḷi, man musste also nicht mehr, wie zu Zeiten seines Vaters auch singhalesische Zeichen lesen können. Das, was wir heute den Pāḷi-Kanon nennen, war nämlich zunächst in Sri Lanka aufgeschrieben worden, und zwar in den dort üblichen singhalesischen Schriftzeichen.
Viryakirti trat jetzt in den Raum ein und sah wie Nilay die Bücher begutachtete. „Ah, da bist du ja, Nilay, mein neuer Lehrjunge. Ich habe gehört, du möchtest mit mir diese Bücher kopieren. Dazu wirst du zunächst einmal die Pāḷi-Schrift erlernen müssen.”
Nilay strahlte förmlich, als er seinen Lehrherrn sah: „Wie gut, dass es Euch wieder besser geht! Ich freue mich bei einem so kompetenten Lehrer arbeiten zu dürfen. Und nun die gute Nachricht: Ich beherrsche die Pāḷi-Schrift, und ich freue mich, dass wir inzwischen aus Pāḷi-Büchern abschreiben können und nicht wie früher auch noch die singhalesische Schrift erlernen müssen!”
Viryakirti stutzte: „Woher weißt du das? Noch niemand, der hierher kam, wusste jemals, dass es auch singhalesische Schriftzeichen gibt, und wo hast du das Schreiben gelernt, junger Mann?”
„Bei meinen Eltern wir hatten auch einen kleinen Teil des Pāḷi-Kanons dort, und ich freue mich jetzt endlich mehr davon zu Gesicht zu bekommen.”
Viryakirti Augen verengten sich, dann sagte er: „Nimm doch bitte einmal diese Schreibfeder, als wolltest du schreiben!”
Nilay wusste nicht, was das sollte, tat aber wie ihm geheißen, dann sah er zu Viryakirti, der ihn plötzlich auf eine ganz andere Art ansah. Dann ging der alte Mann auf ihn zu und umarmte ihn. Nilay wusste nicht wie ihm geschah.
Dann sagte Viryakirti mit tränenerstickter Stimme: „Willkommen in unserer Schreibstube, Sohn des Jesus von Nazareth!”
Der Angesprochene stammelte: „Um Himmels willen, woher weißt du?”
„Aber Junge, es kann gar nicht anders sein: Du möchtest schreiben, du kennst die Pāḷi-Zeichen und weißt von der singhalesischen Schrift - und du hältst die Schreibfeder so, wie sie nur Jesus gehalten hat.”
Inzwischen hatte sich ihre Umarmung gelöst und Nilay bat den Älteren: „Bitte, Viryakirti, lass das unser Geheimnis sein. Ich bewege mich seit Jahren in ganz Indien auf den Spuren meines Vaters – aber incognito. Ich möchte Nilay sein, und nicht immer als der Sohn von Jesus gesehen werden.”
Viryakirti sah dem Jüngeren in die Augen: „Dein Vater hat damals eines der Bücher in den Abendstunden zusätzlich ein weiteres Mal kopiert, den Vinaya1, und ihn dann mitgenommen. Ich nehme an, das war das Buch, in dem du lesen gelernt hast. Was macht dein Vater jetzt?”
Und Nilay erzählte seinem neuen Freund alsdann von der Mettā-Sangha. Viryakirtis Augen leuchteten: „Das klingt herrlich! Ihr habt neben dem üblichen weltlichen Leben und dem klösterlichen Leben der Mönche und Nonnen einen dritten Weg aufgezeigt – einen Weg den auch Jesus gegangen ist – sonst gäbe es ja dich nicht. Ich freue mich für dich. Du wirst sicher auch zurückkehren und dort eine Familie gründen!”
„Das ist nicht ganz richtig, Viryakirti. Es ist zwar toll, dass dort Männer und Frauen gemeinsam in einer spirituellen Gemeinschaft leben können und Familien haben können. Aber das ist nicht mein Weg, ich möchte mein Leben als Mönch verbringen.”
„Wie, du willst nicht wieder zurück?”
„Doch, Viryakirti, ich werde wieder zurückgehen. Aber um dort in unmittelbarer Nähe der Mettā-Sangha ein Kloster zu gründen. Dann haben wir beides: eine Gemeinschaft für Familien und ein Kloster.”
„Dann fehlt zur Perfektion nur noch ein Frauenkloster.”
Jetzt schmunzelte Nilay: „Ich habe zwei Schwestern. Die eine setzt die Familientradition fort und wird sicher eines Tages die Mettā-Sangha führen. Aber ich habe noch eine andere Schwester.”
„Und die trägt sich mit dem Gedanken Nonne zu werden?”
„So ist es!”
„Und du möchtest in der Schreibstube arbeiten, damit du weitere Bücher kopieren und zur Mettā-Sangha bringen kannst?”
„Noch besser: ich werde dort eines Tages den Viryakirti machen und Schüler in der Kunst des Kopierens ausbilden.”
Noch einmal umarmten sich die beiden Männer, dann machten sie sich ans Werk.
Abba – Wenn Jesus Gott anbetete, verwendete er dieses aramäische Wortfür„Vater“. Er nahm nicht die Anrede JHWH, die im Tenach verwendet wurde. Während JHWH den alttestamentarischen strengen Gott, der ursprünglichderKriegsgott der Juden war, bezeichnet, interpretiert Jesus das Göttliche neu und sieht darin eine milde, verständnisvolleundunterstützende Vaterfigur.
Ashram – bezeichnet ursprünglich die Einsiedelei eines indischen Asketen, heutejedochein klosterähnliches Meditationszentrum einer hinduistisch beeinflussten Sekte an dem Anhänger einer spirituellen Lehrelebenund sich unterweisen lassen. Den spirituellen Leiter und Führer eines Ashrams nennt man Guru.
Benares – (heute: Varanasi im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, die bisauf das 11.Jh. v.u.Z. Zurückgeht). Es ist die Stadt, wo der Buddha erstmals den Dharma darlegte. Sie gilt als spirituelle Hauptstadt Indiens und zieht nochheuteunzählige Hindu-Pilger an, die hier im heiligen Wasser des Ganges baden und Bestattungsrituale vornehmen. In den gewundenenStraßen derStadt liegen rund 2.000 Tempel.
Bhārat Gaṇarājya – (Sprache: Hindi) indische Bezeichnung für Indien
Bodh-Gaya – Stelle, an der der Buddha seine Erleuchtung erreichte. Das Wort ist zusammengesetzt aus bodh- (Erwachen, Erleuchtung) und Gaya (Name der nahegelegenen Stadt)
Bodhisattva – Figur im Mahāyāna-Buddhismus. Bodhisattvas sind Wesen, die Erleuchtung nicht nur für sich selbst anstreben, sondern zum Wohl aller Wesen. (Im Theravāda wird das Wort nur für den späteren Buddha vor seiner Erleuchtung verwendet.)
Brahmā – einer der Hauptgötter des Hinduismus, er gilt dort als derSchöpfer. Der Buddhismus kennt keinen Schöpfergott.
Brahmanen – eine der Kasten im Hinduismus, nur Brahmanen dürfen religiöse Rituale vollziehen
Brahmanismus – indische Religion, in der (u.a.) einen Brahman (Gott) verehrt wird. DerB.heute als Hinduismus bezeichnet.
Buddha – wörtlich: Erwachte/r; eine Person, die das Ziel des Buddhismus erreicht hat und damit befreit ist von den Fesseln des Ichglaubens.
Dalits – eine der Bezeichnungen für die Unberührbaren. Diese waren nicht wiedie Kastenangehörigen Arier, die nach Indien eingewandert waren, sondern gehörten derdunkelhäutigeren Urbevölkerung an. Die indische Kastengesellschaft hatte dadurch ein Element von Apartheit.
Dharma – hier gewöhnlich die Bezeichnung für die Lehren des Buddha. DasWortbedeutet Wahrheit, (Natur-)Gesetz, Wissenschaft, Lehre.
Jhāna – (Palibegriff, in Sanskrit: dhyana) ist ein meditativer Vertiefungszustand; nach der häufigsten Einteilung gibt es acht aufeinander aufbauende Vertiefungen. Ziel dieser Vertiefungen ist die Überwindung des Ego sowie der Gedanken und das Erreichen einer kosmischen Verbundenheit, die im Buddhismus als Nondualität zwischen Ich und Ander gesehen wird (anattā = Nicht-Ich). Jhāna ist eine hohe buddhistische Tugend und eine der sechs Tugenden, die ein Bodhisattva übt. Es gibt (nach der üblichen Zählung) vier feinkörperliche und vier unkörperliche jhānas, im ersten jhāna sind vitakka (aufnehmende meditative Konzentration), vicara (anhaltende meditative Konzentration), citt´ekagattā (einspitzige Ausrichtung des Geistes), pīti (Verzückung) und sukha (Glückseligkeit) vorhanden. In der zweiten Vertiefung fallen die ersten beiden Faktoren weg, in der dritten auch pīti. In der vierten entfällt sukha, stattdessen kommt Gleichmut (upekkhā) hinzu.
JHWH – ist der Eigenname des Gottes im
Tanach. Da es in der hebräischen
Schrift keine Vokale gibt enthält erkeineKonsonanten.
Ausgesprochen wird er Jahwe, oder auch Jehova.
Karma – im Buddhismus jede absichtlich ausgeführte Handlung. Es wird davon ausgegangen, dass Handlungen Folgen haben, die (auch) auf den Verursacher zurückwirken. Im Hinduismus hingegen wird meist davon ausgegangen, dass es karmisch heilsam sei, sich an die Regeln und Beschränkungen seiner Kaste zu halten und die Brahmanen (bezahlte) Opfer für einen bringen zu lassen.
Kaste – die indische Gesellschaft wird gemäß der hinduistischen Religioninstreng voneinander abgetrennte Kasten eingeteilt, die wichtigsten Kasten sind die Brahmanen (Sanskrit: ब्राह्मण, Priester), kṣatriya (Sanskrit: क्षत्रिय, Adel, Krieger, Beamte) und die vaiśya (Sanskrit: वैश्य = Kaufleute, Händler, Großgrundbesitzer) und śūdras (Sanskrit शूद्र, = Arbeiterklasse incl. Handwerker), darunter stehen die Dalits (Kastenlose, Unberührbare). Auf diese Art schuf der HinduismuseineApartheidsgesellschaft mit einer arischen Mittel- und Oberschicht, und einer indigenen Bevölkerung, die man nicht einmalberührendurfte; so sollte eine Rassenvermischung verhindern werden.
Kerala – Region im Südwesten Indiens, heute ein Bundesstaat Indiens mit ca 35 Mio. Einwohnern Über die Geschichte Kralas ist nur wenig bekannt. Vieles ist ungesichert oder nur in Legenden und Mythen überliefert. So soll der Apostel Thomas im Jahre 52 in Muziris (das heutige Kodungallur) gelandet sein – der antiken Hafenstadt, die im 1. Jahrhundert n. Chr. auch der römische Gelehrte Plimius der Ältere erwähnte – und das Christentum nach Kerala gebracht haben. Nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem 70 n. Chr. soll es auch eine Masseneinwanderung von Juden nach Muziris gegeben haben. (nach Wikipedia 4.6.2025)
Kṣatriya (Sanskrit: क्षत्रिय) höchste indische Kaste, umfasst Adel, Krieger, Beamte
Mettā – (Pāḷi) eine sehr positive Emotion: Wohlwollen, Zuneigung,(nichterotische)Liebe, oft als „liebende Güte“ übersetzt. Mitunter wird sie auch als „Allgüte“ bezeichnet, denn Mettā soll allen Wesen in gleicher Weise entgegen gebracht werden. Es istdas,was beispielsweise Jesus meint, wenn er sagt, man solle nicht nur seinen Nächsten lieben wie sich selbst, sondern sogar seinen Feind.
Mettā Bhāvanā – Meditation zur Schaffung von Bedingungen damit Mettā entsteht, normalerweise in fünf Phasen geübt (1) mettā für sich selbst, (2) für einen guten, edlen Freund/Freundin, (3) füreineneutral besetzten Person, (4) für eine schwierige Person (Feind) und (5) für allen fühlenden Wesen.
Mettā-Sangha – Bezeichnung für die von Yuz und Amita gestiftete Spirituelle Gemeinschaft
Pāḷi – Pāḷi ist eine Schriftsprache, in der in erster Linie buddhistische Texte niedergeschrieben sind, sie wurde vom 6. Jhd. v. u. Z. bis zum 10 Jhd. u. Z. verwendet (mittelindische Zeit), ältere Texte sind altindisch, die zuständige Schriftsprache ist Sanskrit. Es wird angenommen, dass Pāḷi aus dem Dialekt Magadhi abgeleitet wurde, dem Dialekt, der in Maghada, gesprochen wurde, einem der nordindischen Staaten, in dem sich der Buddha oft aufhielt. Das Wort Pāḷi bedeutet „Textzeile“, woraus schon deutlich wird, dass es sich um eine typische Schriftsprache handelt.
Pāḷi-Kanon – älteste Schriftensammlung des Buddhismus, hier sind u.a. die Lehrreden des Buddha enthalten.
Pataliputra – Die Stadt (das heutige Patna) an der Mündung des Son in den Ganges wurde zu Buddhas Zeit von König Ajatasattu (unter dem namen Pataligama) gegründet worden. Ajatasattus SohnUdayin machte sie dann zur Hauptstadt des Königreiches Maghada. Sowohl der Buddha als auch Mahavira besuchten die Stadt mehrfach und im Jahr 253 v.u.Z. fand hier dasdritte buddhistische Konzil statt.
Rabbiner - das ist ein Funktionsträger in der Jüdischen Religion. SeineHauptaufgabe ist es, die Tora (ein Teil des Tenach) zu lehren. Die Grundform des Rabbiners entwickelte sich, als sichgelehrte Lehrer versammelten, um die schriftlichen und mündlichen Gesetze des Judentums zu kodifizieren.
Sangha – spirituelle Gemeinschaft, meist für die Gemeinschaft der SchülerinnenundSchüler des Buddha. (Zur Sangha in engeren Sinn gehören nur Mönche und Nonnen, zur Sangha im engsten Sinn nur Erleuchtete.)
Tanach - oder Tenach (hebr. תנ״ך TNK) ist eine von mehreren Bezeichnungen für die Hebräische Bibel, die Sammlung der heiligen Schriften des Judentums er enthältunteranderem die Tora (Weisung). Das Christentum hat alle Bücher des Tanach - etwas anders geordnet – übernommen. Sie sind dasAlteTestament.
Taxila - war die historische Hauptstadt des Reiches Gandhara, das sich überdie östlichen Gebiete des heutigen Afghanistan und den Nordwesten Pakistans erstreckte. Die Herrschaft hatten ab etwa 19 u.Z. dieParther. Deren König Gondophares soll der Überlieferung gemäß den Apostel Thomas an seinem Hof zu Gast gehabt haben. (Quelle:Wikipedia 19.4.2024)
Theravāda - eine der frühen Schulen des Buddhismus, die einzige Hinayana-Richtung, die noch existiert. Theravāda bedeutet „Schule der Älteren“, was darauf hinweisen soll, dass ihre Anhänger den Buddhismus so praktizieren, wie das der Buddha selbst gemacht hat. Bei ihnen stehen die Lehrereden des Pāḷi-Kanon, der ältesten buddh. Schriften im Mittelpunkt.
Uposatha – heißt wörtlich Fastentag. Alle sieben Tage ist Fastentag: bei Neumond, bei Vollond und bei Halbmond (es galt der Mondkalender). An diesen Tagen waren die Laienanhänger der Jains dazu aufgerufen zu leben wie die Mönche an den übrigen Tagen, die Mönche aber fasteten. Die Regeln bei den Buddhisten sind anders, dort sollen zwar die Laien auch enthaltsam leben und auf alle Unterhaltung (Musik, Gesang, Theater) verzichten. Die Mönche machen an diesem Tag das “Eingeständnis von Fehlern”, eine Art Beichte.
Veden – heilige Schriften des Hinduismus. Die vier klassischen Veden sindRigveda, Samaveda, Yajurveda und Atharveda. Alle hinduistischen Religionen akzeptieren die Unantastbarkeit dieser vier Veden, jedochrechnen einzelne Glaubensrichtungen individuell oft noch weitere Schriften hinzu.
viññāna - (Kern-)Bewusstsein
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