Horst Gunkel, Band 4 der Metta-Sangha-Saga: Nilay - der Sohn Jesu - Kapitel 11                                        letztmals bearbeitet am 06.03.2026
Die fett und kursiv gedruckten Begriffe sind am Ende der Seite erläutert.
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11 - Beim greisen Maharadesch1



Nilay war abermals auf den Straßen von Bhārat Gaṇarājya unterwegs. In der Regenzeit kam er in einem Kloster unter, wo er wieder als Novize aufgenommen wurde. Es war ein relativ kleines Kloster mit nur achtzehn Mönchen und fünf weiteren Novizen - und es handelte sich dabei nicht um besonders weise Mönche, wie Nilay feststellte. Aber es war eine angemessene Möglichkeit, den Monsun zu überbrücken, allerdings freute er sich, als die Regenzeit vorüber war. Als er dann in Benares ankam, war schon ziemlich genau ein Jahr vergangen, seit er bei Thomas aufgebrochen war.

In Benares bestaunte Nilay das geschäftige Treiben - vor allem die Verehrung, die die Hindus in ihren zahlreichen Tempeln und am heiligen Fluss Ganges ihren Göttern entgegenbrachten. Er besuchte auch, wie mehr als 40 Jahre zuvor sein Vater, die Verbrennungsplätze, wo die Hindus ihre Toten einäscherten und anschließend die Überreste im heiligen Fluss Ganges beisetzten. Er hatte die Erzählungen seines Vaters früher mit ebenso großem Entsetzen wie mit Neugierde gehört, sodass ihn hier gar nichts verwunderte.


Die Begegnung mit dem Meister

Und er hatte sich auch nach Maharadesh erkundigt. Ja, der greise Meister lebte noch immer, und sein Ashram war auch noch dort, wo er bereits früher gewesen war. So verließ Nilay morgens, sobald die Stadttore geöffnet waren, Benares durch das nordöstliche Tor unweit des Ganges. Allmählich ließ der Lärm und der Gestank der Stadt nach, und Nilay genoss die relative Ruhe, obwohl auch hier noch immer zahlreiche Fuhrwerke unterwegs waren, die zum Markt in die Großstadt wollten.

Er lächelte, als er den Dreibaum erblickte, von dem sein Vater gesagt hatte, dass dort ein kleines Tempelhäuschen mit Ganesha, dem elefantenköpfigen Hindugott, stand.

Schön, dich zu sehen, Ganesha!“ begrüßte er die merkwürdige Gottheit, dann bog er nach links in den Pfad ab. Nach wenigen hundert Metern fühlte er sich jedoch beobachtet. Er sah sich um, konnte aber niemanden sehen.

Plötzlich hörte er eine Stimme: „Es ist gut, dass du meinem Ruf gefolgt bist, Sohn des Jesus von Nazareth! So kann ich das Werk vollenden, das ich damals begann.“

Nilay, sah noch immer niemanden, daher sagte er: „Ich grüße Euch, hochverehrter Maharadesh, im Namen meines Vaters. Ich höre Eure Stimme wohl, aber ich kann Euch leider nicht sehen. Würdet Ihr so freundlich sein und Euch mir zeigen?“

Das geht leider nicht - ich sitze noch mit meine Schülern in Meditation. Folge einfach weiter dem Weg bis du uns Meditierende siehst. Setze dich dazu und warte, bis ich meine Stimme an dich richte.“

Also folgte Nilay dem Weg weiter, aber erst nach etwa 500 Doppelschritten traf er auf eine Lichtung, in der etwa 100 Männer meist jüngeren Alters saßen. Einer aber saß vor ihnen, und er war sehr alt. Nilay schätze sein Alter auf ungefähr 100 Jahre, aber er saß trotz des hohen Alters aufrecht im Lotossitz. Er trug nur ein Lendentuch und eine Kette aus Tigerzähnen. Es war völlig klar, dass das Maharadesh war. Nilay verbeugte sich in Richtung des Meisters und setzte sich dann nieder.

Nach etwa einer halben Stunde ertönte ein Gong, kurz darauf begannen die Sitzenden sich zu bewegen. Der Meister erhob die rechte Hand und augenblicklich richtete sich der Blick aller wieder auf den großen Meister. Dieser sagte:

„Freunde, heute ist ein wichtiger Tag! Der Sohn meines besten Schülers in den 70 Jahren, da ich diesen Ashram hier leite - der Sohn des Jesus von Nazareth - ist hierher gekommen, um die unkörperlichen Vertiefungen zu erlernen. Sei gegrüßt, Nilay von der Mettā-Sangha.“

Und nach einer kurzen Pause sagte er: „Valin, du verlässt unsere Sangha und kehrst ins Haus deiner Eltern zurück.“

Ein junger Mann bekam einen roten Kopf, stand auf, verbeugte sich vor dem Meister, und ging dann, wobei er Nilay einen giftigen Blick zuwarf.

Nilay erinnerte sich, dass sein Vater ihm erzählt hatte, dass Maharadesh immer genau 108 Schüler habe und nur in Ausnahmen Auswärtige - also Personen, die nicht aus Benares stammen - aufnahm. Wenn das der Fall war, musste wegen seines Kommens einer der 108 Schüler den Ashram verlassen - üblicherweise der mit dem schlechtesten Benehmen oder den erbärmlichsten meditativen Fortschritten.


Spirituelle Praxis und Disziplin

Nunmehr stand der Guru auf und wandte sich an Nilay: „Folge mir!“

Sie gingen zu einer Hütte, etwa 200 Schritte von der Lichtung entfernt im Wald. „Dies ist dein Meditationsplatz. Du kannst vor oder in der Hütte meditieren und schlafen. Wenn du den morgendlichen Gong hörst, hast du eine Viertelstunde Zeit, zur Morgenmeditation zu uns zu kommen. Diese Meditation dauert etwa anderthalb Stunden. Danach folgst du mir jeden zweiten Tag - beginnend morgen. Du berichtest mir von deinen Meditationen und erhältst Übungsanweisungen. Diese führst du in oder in der Nähe deiner Meditationshütte durch. Ansonsten kommst du nur nach vorn, wenn du den Mittagsgong hörst - dann gibt es die einzige Mahlzeit des Tages. Du kannst dir aber etwas vom Essen mitnehmen, wenn du glaubst, dass das nötig ist, außerdem einen Krug mit Wasser. Ansonsten verlässt du deinen Platz nicht. Waschen kannst du dich in dem kleinen Bach dort drüben - deine Notdurft verrichtest du jenseits des Baches. Hast du noch Fragen?“

Nein, Meister.“

Gut - aber ich hätte gern einen Bericht von dir, wie es in der Mettā-Sangha aussieht. Ich habe zwar schon davon gehört, aber ich möchte einen Bericht von dir aus erster Hand. Ich weiß, dass Jesus - der sich wohl jetzt Yuz nennt - gemeinsam mit deiner Mutter die Mettā-Sangha leitet und dass du zwei Schwestern hast. Erzähle mir wie ihr praktiziert.“

Das Entscheidende ist, dass wir die spirituelle Praxis mit unserem Alltag verknüpfen, ähnlich wie hier bei in diesem Ashram. Der wesentliche Unterschied ist, dass es bei uns auch Frauen und Kinder gibt - Familien ganz wie in jedem Dorf. Aber wir haben eine gemeinsame spirituelle Praxis. Es beginnt mit einem Morgengebet und einer Morgenmeditation. Der Tag endet mit einer Abendandacht. An Uposatha gibt es eine etwa vierstündige rituelle Veranstaltung. Die Familien gehen ansonsten ihrer Arbeit nach- aber wir essen alle gemeinsam in etwas, das wir den `Gasthof´ nennen, dort ist auch die Dorfküche. Außerdem werden in diesem Haus auch Menschen gepflegt, die ihr Leben allein nicht mehr fristen können. Alle Kinder gehen vom fünften bis zum dreizehnten Lebensjahr in eine Schule - was wohl der wichtigste Unterschied ist. Hier bekommen sie Ethik und Bildung vermittelt.“

Ich habe gehört, dass es bei euch kein Geld gibt - ist das richtig?“

Geld wird nur im Außenhandel verwendet - also wenn wir unsere Überschüsse verkaufen oder Waren von außerhalb beziehen. Wer bei uns zuzieht gibt sein Geld ab, erhält aber eine gewisse Summe zurück, sollte er die Mettā-Sangha verlassen.“

Welcher Lehre folgt ihr, was sind eure Götter?“

Jesus hatte in seiner früheren Heimat an eine einzige Gottheit namens JHWH geglaubt - die aber zornige Züge hatte. Hier in Bhārat Gaṇarājya ist er davon abgekommen. Er verehrt die Vier Göttlichen Weilungen, Mettā, Karunā also Mitgefühl, Muditā, also Mitfreude und Upekkhā, Gleichmut. Diese werden manchmal - obwohl sie keine Personen sind - mit einer Gestalt gleichgesetzt, die diese Eigenschaften verkörpert. Jesus nennt seine Personifizierung von Mettā Abba - Amita, meine Mutter, verwendet das Bild einer weiblichen Gottheit, der Grünen Tara, wenn sie Karunā eine Form geben möchte. Unsere Ethik ist so etwas wie eine universelle Ethik, die es in allen Religionen gibt. Meist verwenden wir dabei die Vorsätze, die der Buddha den Menschen empfahl. Wir verwenden sie aber nicht nur in einer negativen Formulierung, sondern auch in einer positiven. Wir sagen also nicht nur: `Ich nehme davon Abstand sinnenbetörende Mittel zu verwenden´, sondern wir sagen auch: `Mit hellwacher Achtsamkeit läutere ich meinen Geist!´.“

Das hört sich alles gut an, Nilay. Aber lenkt nicht das Leben in Familien etwas zu stark von der spirituellen Praxis ab?“

Unsere offizielle Linie ist, dass wir gerade im Alltag unsere ethischen Prinzipien umsetzen wollen. Allerdings sehe ich - und ich glaube da bin ich ganz nah bei Euch - die Gefahr, dass man dabei in der Entwicklung des Geistes zum Höchsten etwas eingeschränkt ist. Hier im Ashram kann man daran sicher besser arbeiten, daher bin ich zu Euch gekommen, Meister!“

Aber du möchtest wieder zurück zur Mettā-Sangha - oder?“

Mir schwebt vor, in der Nähe von der Mettā-Sangha ein Kloster zu gründen. Dazu möchte ich aber zunächst sowohl meine Meditationen als auch meine Dharma-Kenntnisse vertiefen. Daher bin ich hierher zu Euch gekommen, Maharadesh, weil Ihr der beste lebende Meditationsmeister seid, so weit ich das beurteilen kann. Anschließend möchte ich eine Zeit im Kloster leben, bevor ich zur Mettā-Sangha zurückkehre - und dort eine Einsiedelei gründe, die sich vielleicht zum Kloster weiterentwickelt.“

Das klingt nach einem ausgefeilten Plan, Nilay. Du gehst genauso planvoll vor wie dein Vater, das imponiert mir.“

Der Meister stand auf: „Wir sehen uns dann morgen zur Morgenmeditation und anschließend zum Gespräch in meiner Hütte!“

Nilay verneigte sich vor dem Meister, während dieser sich abwandte und ihn verließ. Zunächst stand der junge Mann etwas unschlüssig da. Dann entschied er sich die Gegend zu erkunden - er wollte wissen, wo er wohnt und was sich hier, oberhalb des Ashrams, in den Wäldern verbarg. Unterwegs fand er frisches Obst. Am Abend setzte er sich vor seine Hütte und nahm sich Zeit für eine lange Meditation. Als er die Augen wieder öffnete, war die Dämmerung schon fortgeschritten - also baute er sich ein Nachtlager im Freien und freute sich auf die kommenden Unterweisungen seines Meditationsmeisters.


Nilay wartete am nächsten Morgen nach seiner morgendlichen Körperpflege schon sehnsüchtig auf den Gong. Als er diesen hörte, sprang er auf und ging rasch zur Lichtung, wo sich die anderen Schüler sammelten und niedersetzten. Nilay nahm ziemlich am Rand platz. Als der Guru erschien standen alle auf und grüßten mit einem dreifach kräftigen „Sadhu! Sadhu! Sadhu!“2 Dann setzen sich alle und Maharadesh nannte die Meditation, die heute geübt werde: Kāyagatā Sati3.


Die Meisterung der Jhānas

Nach der Meditation folgte Nilay dem Guru in dessen Hütte.

Welche meditativen Vertiefungen beherrschst du, Nilay?“

Ich beherrsche die ersten vier feinkörperlichen Vertiefungen, nicht jedoch die formlosen Jhānas“.

Hast du die feinkörperlichen Vertiefungen früher einmal erreicht - oder kannst du sie jederzeit erreichen.“

Ich kann sie fast jederzeit erreichen - allerdings sollten dazu gewisse Rahmenbedingungen gegeben sein. Unter den hiesigen Bedingungen kann ich sie zweifelsfrei jederzeit erreichen. Das konnte ich gestern Abend bereits überprüfen.“

Fein Nilay, dann beginnen wir heute mit der fünften Vertiefung, dem Raumunendlichkeitsgebiet. Zunächst aber noch eine Frage: Jesus wollte von mir auch in magische Fähigkeiten und in die Behandlung von Dämonen eingeführt werden, wünschst du das auch?“

Nein, Meister - das interessiert mich nicht. Bei uns in der Mettā-Sangha werden übrigens auch Dämonenaustreibungen vorgenommen. Mein Vater praktiziert sie in der Weise, die er bei Euch lernte - meine Mutter verwendet ein völlig anderes, aber nicht minder erfolgreiches Verfahren. Da ich aber vorhabe, ein Leben als Mönch zu führen, möchte ich mich nur auf Meditation und Kontemplation konzentrieren.“

Der Guru strahlte: „Du scheinst mir jetzt schon reifer zu sein als Jesus damals, als er hier war. Dann wollen wir einmal beginnen.“ Dann erläuterte Maharadesh seinem Muster­schüler, wie er zu arbeiten habe, damit sich ihm das Raumunendlich­keitsgebiet erschlösse.

Nilay übte eifrig und berichtete seinem Guru jeden zweiten Tag. Maharadesh gab ihm jeweils Tipps, wie er weiter zu üben hätte - und nach nur zwei Wochen lobte ihn der Meister: „Nilay, du hast es geschafft, du hast tatsächlich das Raumunendlichkeits­gebiet erreicht. Das schaffen gerade einmal ein Dutzend meiner Schüler - und die sind teilweise schon viele Jahre hier. Tatsächlich sind die Hälfte von denen sogar schon mindestens zehn Jahre hier. Ich kann dir nunmehr Hinweise geben, wie du darauf aufbauend auch das Bewusstseinsunendlichkeitsgebiet verwirklichen kannst.“ Daraufhin gab er Nilay weitere Einweisungen.

Und tatsächlich, als Jesus nach zehn Tagen morgens wieder zur Audienz bei Maharadesh erschien, gratulierte ihm dieser: „Nilay, du hast das Bewusstseinsunendlichkeitsgebiet erreicht! Ich weiß es, ich sehe es. Dein Bewusstsein ist auch für mich sichtbar. Ich sehe in dir im Wesentlichen drei große, bestimmende Bewusstseinsströme am Fließen, der erste dieser Ströme kommt von deinem Vater. Der bringt dich dazu ganz willensstark an deiner meditativen Entwicklung zu arbeiten. Dann sehe ich einen weiteren Bewusstseinsstrom in dir, der wohl von deiner Mutter kommt. Dieser Strom ist von Karunā geprägt. Öffne dich auch diesem - so wirst du mit deinen Obsessionen umgehen können, und mit denen der anderen. Aber es gibt auch noch einen dritte Strömung in dir, Dieser ist teilweise von deiner Mutter, teilweise von deinem Vater und teilweise von einer dritten Kraft - man kann sie eine Gottheit nennen. Sobald du sie klarer erkennen kannst, folge dieser Gottheit. Auf diese Weise kannst du vollkommene Erleuchtung noch in diesem Leben erreichen. Nilay, nutze deine Fähigkeiten auch in der Weise, dass du sie an andere weitergibst. Arbeite dabei mit deiner Schwester Maria zusammen. Auf diese Weise könnt ihr beide weitere Männer und Frauen dazu befähigen, volles Erwachen zu erreichen. Deine Eltern sind Menschen der Tat - wie eine deiner Schwestern. Du und die andere Schwester aber - ihr seid Menschen der Kontemplation! Sorge dafür, dass alle drei ihren Weg gehen - und es wird großen Nutzen bringen.“

Nilay erhielt von seinem Guru weitere Anweisungen - und so erreichte er nach nur drei weiteren Wochen die insgesamt siebte Vertiefung: das Nichtsheitsgebiet. Und wieder war Maharadesh voll des Lobes für seinen Schüler: „Ich bin dankbar, das ich dir - ebenso wie Jesus - helfen konnte und so mittelbar allen aus deiner Familie. Euer Wirken in der Mettā-Sangha wird auf viele Jahrhunderte zahlreichen Menschen von Nutzen sein. Dank euch wird es zahlreiche Erwachte geben. Ich freue mich, zu dieser Entwicklung ein Scherflein beigetragen zu haben.“

Danach erläuterte der Gruru, wie Nilay das höchste Jhāna erreichen könnte - auch wenn dieses das schwerste sei. Und es dauerte nur einen einzigen Monat, bis er auch dies erreicht hatte. Jetzt hatte er auch das Gebiet der Weder-Wahrnehmung-Noch- Nichtwahrnehmung gemeistert.

Als er das bemerkte, liefen dem Guru Tränen der Freude übers Gesicht: „Ich bin froh, zu wissen, dass du das erreicht hast - und weitergeben wirst. Es zeigt mir, das mein Wirken in diesem Leben hilfreich war. Ich brauche jetzt nie wieder in menschlicher Form zu erscheinen. Mein Leben neigt sich dem Ende zu - mir bleiben wohl nur noch wenige Monate bevor ich diese Ebene verlasse. Ich werde dann noch einige Zeit in der Götterwelt verbringen, bevor ich endgültig ins Nirwana eingehe. Lebe wohl und grüße deinen Vater von mir.“

Dann legte er Nilay die Hand auf den Kopf und sagte: „Ich segne dich mein Sohn!“

Nilay machte sieben Niederwerfung vor seinem Guru, dann verbeugte er sich und ging. Was hier zu tun war, war getan.


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Fußnoten

1 Dieses Kapitel spielt bei Benares am Ganges im Jahr 58 u.Z.

2 Sadhu heißt Heil! und ist im indischen historisch nicht (wie bei uns) negativ belegt, sondern äußerst positiv, im Sinne von „heilig“ oder „heilsam“.

3  auf den Körper gerichtete Achtsamkeit, wobei der Körper extrem langsam, vom Scheitel bis zur Fußsohle durchgescannt wird.



Erläuterungen

Abba – Wenn Jesus Gott anbetete, verwendete er dieses aramäische Wortfür„Vater“. Er nahm nicht die Anrede JHWH, die im Tenach verwendet wurde. Während JHWH den alttestamen­tarischen strengen Gott, der ursprünglichderKriegsgott der Juden war, bezeichnet, interpretiert Jesus das Göttliche neu und sieht darin eine milde, verständnisvolleundunterstützende Vaterfigur.

Ashram – bezeichnet ursprünglich die Einsiedelei eines indischen Asketen, heutejedochein klosterähnliches Meditationszentrum einer hinduistisch beeinflussten Sekte an dem Anhänger einer spirituellen Lehrelebenund sich unterweisen lassen. Den spirituellen Leiter und Führer eines Ashrams nennt man Guru.

Benares(heute: Varanasi im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, die bisauf das 11.Jh. v.u.Z. Zurückgeht). Es ist die Stadt, wo der Buddha erstmals den Dharma darlegte. Sie gilt als spirituelle Hauptstadt Indiens und zieht nochheuteunzählige Hindu-Pilger an, die hier im heiligen Wasser des Ganges baden und Bestattungsrituale vornehmen. In den gewundenenStraßen derStadt liegen rund 2.000 Tempel.

Bewusstseinsunendlichkeitsgebiet – Zustand, der im sechsten jhana erreicht wird; ein Zustand in dem das Bewusstsein ohne Objekte, alsoauch ohne eine Körperempfindung, wach und klar ist und auch die Wahrnehmung des Raumes als Erkenntnis­objekt erloschen ist.Bhārat Gaṇarājya – (Sprache: Hindi) indische Bezeichnung für Indien

Brahmā – einer der Hauptgötter des Hinduismus, er gilt dort als derSchöpfer. Der Buddhismus kennt keinen Schöpfergott.

Brahma Vihāra - „göttliche Weilungen“ oder „erhabene Geisteszustände“, Oberbegriff für mettā, mudita, karunā und upekkhā

Brahmaneneine der Kasten im Hinduismus, nur Brahmanen dürfen religiöse Rituale vollziehen

Brahmanismusindische Religion, in der (u.a.) einen Brahman (Gott) verehrt wird. DerB.heute als Hinduismus bezeichnet.

Dalits – eine der Bezeichnungen für die Unberührbaren. Diese waren nicht wiedie Kastenangehörigen Arier, die nach Indien eingewandert waren, sondern gehörten derdunkelhäutigeren Urbevölkerung an. Die indische Kastengesellschaft hatte dadurch ein Element von Apartheit.

Dharmahier gewöhnlich die Bezeichnung für die Lehren des Buddha. DasWortbedeutet Wahrheit, (Natur-)Gesetz, Wissenschaft, Lehre.

Doppelschritt – (lat.: passus) Maßeinheit für Entfernungen seit der Antike. Die Entfernung vom Aufsetzen eines Fußes bis zum erneuten Aufsetzen desselben Fußes. Dies entsprach in der Antike, da die Menschen etwas kleiner waren als heute ca. 1,5 Metern. Davon abgeleitet ist auch das Wort Meile (lat. mille passus = 1000 Doppelschritte).

Ganesh – oder Ganesha ist eine der beliebtesten Formen des Göttlichen im Hinduismus. Die elefantenköpfige Gottheit ist überaus populär und ihr Geburtstag (zwischen Mitte August und Mitte September) ist für viele Hindus der höchste Feiertag. In Mumbai ist seine Verehrung nur mit der Marienverehrung in einige Katholischen Ländern zu vergleichen, sein Geburtstag ist dort das höchste Fest, es gibt Gottesdienste und Prozessionen mit unzähligen Statuen von ihm, diese werden zum Abschluss im Meer versenkt.

Gebiet der Weder-Wahrnehmung-noch-Nicht­wahr­nehmung – achtes und höchstes jhāna

Grüne Tārā – Bodhisattva, die für grenzenloses Mitgefühl zu allen Wesen steht. Sie wird immer sitzend dargestellt, im Begriff aufzustehen, um den leidenden Wesen aktiv zu helfen, ihre rechte Hand zeigt die Geste der Wunschgewährung. Sie hat grüne Haut, denn sie gehört zu einer Gruppe von grünen Wesen, genannt die Karmafamilie. Neben der Grünen Tārā gibt es noch 20 weitere Tārās, die Grüne Tārā ist aber die bekannteste davon. Ihr Bild ziert unseren Meditationsraum in Gelnhausen.

Guruspiritueller Lehrer und/oder Anführer

Hindu - Anhänger des Hinduismus (= Brahmanismus)

JainsAnhänger der Religion des Jainismus

Jhāna – (Palibegriff, in Sanskrit: dhyana) ist ein meditativer Vertiefungs­zustand; nach der häufigsten Einteilung gibt es acht aufeinander aufbauende Vertiefungen. Ziel dieser Vertiefungen ist die Überwindung des Ego sowie der Gedanken und das Erreichen einer kosmischen Verbundenheit, die im Buddhismus als Nondualität zwischen Ich und Ander gesehen wird (anattā = Nicht-Ich). Jhāna ist eine hohe buddhistische Tugend und eine der sechs Tugenden, die ein Bodhisattva übt. Es gibt (nach der üblichen Zählung) vier feinkörperliche und vier unkörperliche jhānas, im ersten jhāna sind vitakka (aufnehmende meditative Konzentration), vicara (anhaltende meditative Konzentration), citt´ekagattā (ein­spitzige Ausrichtung des Geistes), pīti (Verzückung) und sukha (Glückseligkeit) vorhanden. In der zweiten Vertiefung fallen die ersten beiden Faktoren weg, in der dritten auch pīti. In der vierten entfällt sukha, stattdessen kommt Gleichmut (upekkhā) hinzu.

JHWHist der Eigenname des Gottes im Tanach. Da es in der hebräischen Schrift keine Vokale gibt enthält erkeineKonsonanten. Ausgesprochen wird er Jahwe, oder auch Jehova.

Karunā = Mitgefühl

Kastedie indische Gesellschaft wird gemäß der hinduistischen Religioninstreng voneinander abgetrennte Kasten eingeteilt, die wichtigsten Kasten sind die Brahmanen (Sanskrit: ब्राह्मण, Priester), katriya (Sanskrit: क्षत्रिय, Adel, Krieger, Beamte) und die vaiśya (Sanskrit: वैश्य = Kaufleute, Händler, Großgrundbesitzer) und śūdras (Sanskrit शूद्र, = Arbeiterklasse incl. Handwerker), darunter stehen die Dalits (Kastenlose, Unberührbare). Auf diese Art schuf der HinduismuseineApartheidsgesellschaft mit einer arischen Mittel- und Oberschicht, und einer indigenen Bevölkerung, die man nicht einmalberührendurfte; so sollte eine Rassenvermischung verhindern werden.

Katriya (Sanskrit: क्षत्रिय) höchste indische Kaste, umfasst Adel, Krieger, Beamte

Mettā(Pāḷi) eine sehr positive Emotion: Wohlwollen, Zuneigung,(nichterotische)Liebe, oft als „liebende Güte“ übersetzt. Mitunter wird sie auch als „Allgüte“ bezeichnet, denn Mettā soll allen Wesen in gleicher Weise entgegen gebracht werden. Es istdas,was beispielsweise Jesus meint, wenn er sagt, man solle nicht nur seinen Nächsten lieben wie sich selbst, sondern sogar seinen Feind.

Mettā BhāvanāMeditation zur Schaffung von Bedingungen damit Mettā entsteht, normalerweise in fünf Phasen geübt (1) mettā für sich selbst, (2) für einen guten, edlen Freund/Freundin, (3) füreineneutral besetzten Person, (4) für eine schwierige Person (Feind) und (5) für allen fühlenden Wesen. 

Mettā-Sangha – Bezeichnung für die von Yuz und Amita gestiftete Spirituelle Gemeinschaft

Mitgefühl – (karunā) ist das Gefühl, wenn Mettā auf ein leidendes Wesen trifft. Es ist etymologisch verwandt mit caritas (lat.: Barmherzigkeit) und mit to care (engl.: sich kümmern um).

Muditā – Mitfreude, eine der brahmā vihāras

Nichtsheitsgebiet – Zustand, der im siebten jhāna erreicht wird, ein Zustand in dem das Bewusstsein ohne Objekte, also auch ohne eine Körperempfindung, wach und klar ist und auch die Wahrnehmung des Bewusstseins als Erkenntnis­objekt erloschen ist.

Nirwana – (auf sanskrit: nirvāṇa bzw. auf Pāḷi: nibbāna) Ziel des Buddhismus, das Wort bedeutet „verwehen“ oder Nicht-Wahn

Pataliputra – Die Stadt (das heutige Patna) an der Mündung des Son in den Ganges wurde zu Buddhas Zeit von König Ajatasattu (unter dem namen Pataligama) gegründet worden. Ajatasattus SohnUdayin machte sie dann zur Hauptstadt des Königreiches Maghada. Sowohl der Buddha als auch Mahavira besuchten die Stadt mehrfach und im Jahr 253 v.u.Z. fand hier dasdritte buddhistische Konzil statt.

Prakrit (Sanskrit: prākṛta) ist die Bezeichnung für diejenigen indoarischenSprachen,die in der sprachgeschichtlichen Entwicklung auf das Altindische folgten. Sie wurden etwa in der Zeit vom 6. Jahrhundertv. Chr.bis zum 11. Jahrhundert n. Chr. gesprochen.

Rabbiner - das ist ein Funktionsträger in der Jüdischen Religion. SeineHauptaufgabe ist es, die Tora (ein Teil des Tenach) zu lehren. Die Grundform des Rabbiners entwickelte sich, als sichgelehrte Lehrer versammelten, um die schriftlichen und mündlichen Gesetze des Judentums zu kodifizieren.

Raumunendlichkeitsgebiet – Zustand, der im fünften Jhāna erreicht wird, ein Zustand in dem das Bewusstsein ohne Objekte, also auch ohne eine Körperempfindung, wach und klar ist und auf den unendlichen Raum gerichtet ist

Sanghaspirituelle Gemeinschaft, meist für die Gemeinschaft der SchülerinnenundSchüler des Buddha. (Zur Sangha in engeren Sinn gehören nur Mönche und Nonnen, zur Sangha im engsten Sinn nur Erleuchtete.)

Sanskrit – eine altindische Schriftsprache, die um 1500 v.u.Z. entstand, um dieVeden,die heiligen Texte des Hinduismus niederzuschreiben.

Śūdras - (Sanskrit: शूद्र) = Arbeiterklasse incl. Handwerker, vierte (und niedigste) derGroßkasten, darunter gab es sog. „Unberührbare“

Tanach - oder Tenach (hebr. תנ״ך TNK) ist eine von mehreren Bezeichnungen für die Hebräische Bibel, die Sammlung der heiligen Schriften des Judentums er enthältunteranderem die Tora (Weisung). Das Christentum hat alle Bücher des Tanach - etwas anders geordnet – übernommen. Sie sind dasAlteTestament.

Taxila - war die historische Hauptstadt des Reiches Gandhara, das sich überdie östlichen Gebiete des heutigen Afghanistan und den Nordwesten Pakistans erstreckte. Die Herrschaft hatten ab etwa 19 u.Z. dieParther. Deren König Gondophares soll der Überlieferung gemäß den Apostel Thomas an seinem Hof zu Gast gehabt haben. (Quelle:Wikipedia 19.4.2024)

upekkhā Gleichmut (nicht Gleichgültigkeit!), eine von Mettā getragene Emotion, die ein Wesen als Produkt seiner Bedingungen, seiner Umwelt und seiner individuellen (genetischen, sozialisatorischen und karmischen) Dispositionen sieht

upekkhā bhāvanā – Meditation, in der man upekkhā entfaltet

Uposatha – heißt wörtlich Fastentag. Alle sieben Tage ist Fastentag: bei Neumond, bei Vollond und bei Halbmond (es galt der Mondkalender). An diesen Tagen waren die Laienanhänger der Jains dazu aufgerufen zu leben wie die Mönche an den übrigen Tagen, die Mönche aber fasteten. Die Regeln bei den Buddhisten sind anders, dort sollen zwar die Laien auch enthaltsam leben und auf alle Unterhaltung (Musik, Gesang, Theater) verzichten. Die Mönche machen an diesem Tag das “Eingeständnis von Fehlern”, eine Art Beichte.

Vaiśya - (sanskr.) ist im indischen Kastensytem die Bezeichnung für die aus Kaufleuten,Händlern, Geldverleihern und Groß­grund­besitzern bestehende dritte Kaste der traditionellen vier Kasten des Hinduismus.

Veden – heilige Schriften des Hinduismus. Die vier klassischen Veden sindRigveda, Samaveda, Yajurveda und Atharveda. Alle hinduistischen Religionen akzeptieren die Unantastbarkeit dieser vier Veden, jedochrechnen einzelne Glaubensrichtungen individuell oft noch weitere Schriften hinzu.


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