Horst Gunkel : Die Jesus-Trilogie – Band 2
Jesus - die Jahre 30- 33
Band 2 der Jesus-Trilogie
Kapitel 2 Johannes der Täufer und Fasten
Audiodatei 12.Oktober 2026 (25 Min.)
Begriffserläuterungen zu Band
2, Kapitel 2
Benares – (heute: Varanasi im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, die bis auf das 11. Jh. v.u.Z. Zurückgeht). Es ist die Stadt, wo der Buddha erstmals den Dharma darlegte. Sie gilt als spirituelle Hauptstadt Indiens und zieht noch heute unzählige Hindu-Pilger an, die hier im heiligen Wasser des Ganges baden und Bestattungsrituale vornehmen. In den gewundenen Straßen der Stadt liegen rund 2.000 Tempel.
Bharat Ganarajya – (Sprache: Hindi) indische
Bezeichnung für Indien
Brahmanen – eine der Kasten im Hinduismus, nur Brahmanen dürfen religiöse Rituale vollziehen
Brahmanismus – indische Religion, in der (u.a.) einen Brahman (Gott) verehrt wird. Der B. heute als Hinduismus bezeichnet.
Buddha – wörtlich: Erwachter (oder Erwachte); Person, die das Ziel desBuddhismus erreicht hat und damit befreit ist von den Fesseln des Ichglauben
Buddhismus – neuzeitlich-westliche Bezeichnung für das Übungssystem und die Lehre des Buddha. Der Buddha selbst nannte seine Lehre den Dharma.
Dharma – hier gewöhnlich die Bezeichnung für die Lehren des Buddha. Das Wort bedeutet Wahrheit, (Natur-)Gesetz, Wissenschaft, Lehre.
Elia – Prophet, der im 9. Jhd. v.u. Z. im Nordreich Israel wirkte, sein Name bedeutet „Mein Gott ist JHWH“
Erhabener – Anrede für den Buddha, wird nur von seinen Anhängern verwendet. In anderen östlichen Religionen teilweise auch Anrede für den Religionsstifter oder Guru.
Erwachen – andere spirituelle Traditionen sprechen von Erleuchtung, im Buddhismus verwenden wir besser den Ausdruck „Erwachen“ für das, was der Buddha erreicht hat. Während unter „Erleuchtung“ jeder etwas anderes verstehen kann, beschreibt „Erwachen“ das spezifisch Buddhistische, die Tatsache, dass die erwachte Persondie drei Wesensmerkmale (Leidhaftigkeit, Vergänglichkeit und Wesenslosigkeit) völlig verwirklicht hat. Es ist für die erwachte Person so, als sei alles, was vorher war, so absurd und unlogisch wie ein Traum, daher der Ausdruck „Erwachen“.
Erwachter – Synnonyn für den Buddha, einer der Erwachen erreicht hat.
Essēner - eine religiöse Gruppe im antiken Judentum vor der Zerstörung des zweiten Tempels (70 n. Chr.) bezeichnet, deren wesentliche theologische Hauptmotive die „messianische Naherwartung“ und die „Kritik am unreinen Tempelkult“ in Jerusalem waren. Nach verschiedenen Angaben zeitgenössischer Autoren (Philon von Alexandria, Plinus d. Ä. und Flavius Josephus) befolgten sie strenge, zum Teil asketische Lebensregeln. Demnach war sie eine im 2. Hd. v. Chr. entstandene jüdische Ordensgemeinschaft in Palästina, die möglicherweise auch vom Zorastrismus, Pythagoreismus und vom Buddhismus beeinflusst worden war. (Wikipedia 10.1.24)
Evangelist – Verfasser eines der vier Berichte (Evangelien) über das Leben Jesu´, es sind dies Matthäus (schrieb zw. 80 und 90 u.Z.), Markus (ein Schüler des Petrus und Mitarbeiter des Paulus, er schrieb zw. 60 und 80 u.Z.), Lukas (schrieb z. 80 und 85 u.Z.) und Johannes (schrieb vermutl. Anfang des 2. Jhd.u.Z.) Die ersten drei gelten als Synoptiker.
Ganges – Einer der großen Ströme des ind. Subkontinents (neben Indus und Brahmaputra). Er gilt bei den Hindus als heilig, diese versprechen sich von einem Bad im Ganges die Absolution von ihren Sünden. Der Buddha lebte und wanderte im Umfeld des Ganges.
Guru – spiritueller Lehrer und/oder Anführer
Jainismus – Der Jainismus ist eine indische Relgion, die es seit etwa 3500 Jahren gibt (teilweise wir er auf noch älter geschätzt. Seine großen Lehrer werden als „Furtbereiter“ bezeichnet, weil sie die Furt auf gezeigt haben, zu denen es an das andere Ufer (Nirwana) geht. Historisch belegt ist der letzte der Furtbereiter, Mahavira der zur gleichen Zeit lebte wie der Buddha. Er war radikaler als der Buddha und gewissermaßen sein Konkurrent auf dem Markt der neuen Religionen Indiens vor 2500 Jahren. Im Gegensatz zum Buddhismus ist der Jainismus in Indien niemals verschwunden. Heute bekennen sich in Indien mindestens fünf Millionen Menschen zum Jainismus.
Jains – Anhänger der Religion des Jainismus
Johannes der Täufer – (5 v.u.Z. - 30 oder 36 u.Z.) war ein jüdischer Bußprediger, der ab 28. u.Z. In Galiläa und Judäa auftrat. Seine Historizität ist durch Flavius Josephus bestätigt.
Judäa – Name des Siedlungsgebietes der Juden zur Zeit Jesu. Judäa ist seit 63 v.u.Z. Teil von Palästina, das wiederum Teil der Provinz Syrien des Römischen Reiches ist.
Karma – im Buddhismus jede absichtlich ausgeführte Handlung. Es wird davon ausgegangen, dass Handlungen Folgen haben, die (auch) auf den Verursacher zurückwirken. Im Hinduismus hingegen wird meist davon ausgegangen, dass es karmisch heilsam sei,sich an die Regeln und Beschränkungen seiner Kaste zu halten und die Brahmanen (bezahlte) Opfer für einen bringen zu lassen.
Kaste – die indische Gesellschaft wird gemäß der hinduistischen Religion in streng voneinander abgetrennte Kasten eingeteilt, die wichtigsten Kasten sind die Brahmanen (Priester), kṣatriya (Adel, Krieger, Beamte) und die vaiśya (Sanskrit: Kaufleute, Händler, Großgrundbesitzer) und śūdras (Arbeiterklasse incl. Handwerker), darunter stehen die Dalits (Kastenlose, Unberührbare). Auf diese Art schuf der Hinduismus eine Apartheidsgesellschaft mit einer arischen Mittel- und Oberschicht, und einer indigenen Bevölkerung, die man nicht einmal berühren durfte; so sollte eine Rassenvermischung verhindern werden.
Mahāvira - wörtl.: „großer Held“ gilt vielen als der Begründer der indischen Religion Jainismus, die etwa zeitgleich mit dem Buddhismus entstanden ist. Die Lehre des Jainismus existiert in Indien bis auf den heutigen Tag; außerhalb des Subkontinents konnte sie jedoch – im Gegensatz zur Lehre Buddhas – nie nennenswert Fuß fassen. (Quelle: Wikipedia)
Mohammed
oder
Muhammad - wurde geboren zwischen 570
und 573 u.Z. in Mekka, er starb am 8. Juni 632 in Medina.
Er war der Stifter des Islam und gilt in diesem als
Prophet und Gesandter Gottes. (Wikipedia 17.5.2024)
Mythos - (altgr.) ist in seiner ursprünglichen Bedeutung eine Erzählung. Im religiösen Mythos wird das Dasein der Menschen mit der Welt des Transzendenten verknüpft.
papañca – übliche Übersetzung:
„geistiges Ausufern“, ich sage lieber: „geistiges
Plappern“. Es ist das, was wir üblicherweise machen, wenn
wir glauben, nachzudenken: uns fällt etwas ein, wir
assoziieren etwas, dann etwas anderes, aber es fehlt dabei
die Bestimmtheit, ein klar umrissenes Problem zu lösen.
Statt dessen ist unser Geist unter Einfluss von Gier,
Abneigung und Verblendung.
Retreat – eine Zeit in klösterlicher Abgeschiedenheit
Retreatzentrum – ein Ort, wo zahlreiche Personen gleichzeitig in Abgeschiedenheit meditieren können; ursprünglich für Mönche in der Regenzeit gedacht, heute für Laien, die sich Zeit für einen meditativen Rückzug nehmen.
Sabbat
- jiddisch Schabbes
ist im Judentum der siebte Wochentag, ein Ruhetag, an
dem keine Arbeit verrichtet werden soll. Seine
Einhaltung ist eines der Zehn Gebote. Er beginnt am
Vorabend und dauert von Sonnenuntergang am Freitag bis
zum Eintritt der Dunkelheit am folgenden Samstag, denn
im jüdischen Kalender dauert der Tag vom Vorabend bis
zum Abend des Tages – nicht von 0 bis
24 Uhr. Dies ist abgeleitet aus dem
Schöpfungsbericht, dort heißt es „und es war Abend und
es war Morgen, ein Tag“.
Synagoge - Eine S. (von altgriechisch συναγωγή synagōgē, „Versammlung“) ist ein Gebäude, das der Versammlung, dem gemeinsamen Gottesdienst und oft auch als Lehrhaus einer jüdischen Gemeinde dient. Sie ist die wichtigste Institution im Judentum.
Synoptiker – Die Evangelisten Markus, Matthäus und Lukas gelten als Synoptiker seit J.J. Griesbach diese drei Evangelien erstmals in Spalten nebeneinander (= Synopsis) druckte. Man nimmt an, dass die drei sich auf eine gemeinsame Quelle beziehen. Das spätere Johannesevangelium ist etwas anders und poetischer aufgebaut.
Tanach - oder Tenach (hebr. תנ״ך TNK) ist eine von mehreren Bezeichnungen für die Hebräische Bibel, die Sammlung der heiligen Schriften des Judentums er enthält unter anderem die Tora (Weisung). Das Christentum hat alle Bücher des Tanach - etwas anders geordnet – übernommen. Sie sind das Alte Testament.
Wiedergeburt – in Hinduismus reinkarniert sich die Seele nach dem Tode neu. Anders im Buddhismus, dieser kennt weder eine Seele noch ein Selbst, sondern nur Prozesse. Karmisch unvollkommene Prozesse, d. h. solche, die mit Gier, Hass und Verblendung kontaminiert sind, führen zu einem Wiederentstehen. Gewohnheiten und Verhaltensmuster bestehen so weiter, auch über den Tod einer Person hinaus. Es ist also nicht so, dass eine verstorbene Person, oder ein „Ich“ wiedergeboren wird. Der Buddha vermied den Ausdruck Wiedergeburt, da dies den Anschein erweckt, es gäbe ein Wesen, das wiedergeboren wird.
Fußnoten
Der Buchtext enthält zahlreiche Fußnoten, die teils auf Bibelzitate verweisen, teils auf andere Quellen, ins besondere solche der modernen kritischen Theologie. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass man erkennt, wie diese Erzählung sich so gut wie möglich an die Realität hält. Diese Fußnoten fehlen aus technischen Gründen in der Audiodatei. Wer Wert auf diese Zusammenhänge legt, der sei auf das Buch verwiesen.
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