Horst Gunkel : Die Jesus-Trilogie – Band 1
Jesus - die erste Indienreise
Ein plausibler Entwicklungsroman
Kapitel 23 Bodh Gaya
und die Weiße Wolke
Audiodatei 07.09.2026 (41 Min.)
Begriffserläuterungen zu
Kapitel 23
Abba
–
Wenn
Jesus Gott anbetete, verwendete er dieses aramäische Wort für
„Vater“. Er nahm nicht die Anrede JHWH,
die
im Tenach
(der jüdischen Bibel) verwendet wurde. Während JHWH
den
alttestamentarischen strengen Gott, der ursprünglich der
Kriegsgott der Juden war, bezeichnet, interpretiert Jesus
das Göttliche neu und sieht darin eine milde, verständnisvolle
und
unterstützende Vaterfigur.
ātman – indisches Wort für Seele, im Hinduismus ein fester uns innewohnender Wesenskern, der von einem Leben ins nächste weiterwandert und das Ziel hat sich irgendwann mit dem Brahman, dem Göttlichen, zu vereinen. Der Buddha verwarf den Glauben an einen ātman. Der Geist besteht – wie der Körper – aus einer Vielzahl von einzelnen Prozessen, die sich in Abhänigkeit sich wandelnder Bedingungen ständig ändern.
Bhārat Gaṇarājya – (Sprache: Hindi) indische Bezeichnung für Indien
Bodh-Gaya – Stelle, an der der Buddha seine Erleuchtung erreichte. Das Wort ist zusammengesetzt aus bodh- (Erwachen, Erleuchtung) und Gaya (Name der nahegelegenen Stadt)
Bodhi-Baum - Baum, unter dem der Buddha saß, als er „erwachte“, also zur Zeit seiner Erleuchtung
Brahmanen – eine der Kasten im
Hinduismus, nur Brahmanen dürfen religiöse Rituale
vollziehen
Brahmanismus – indische Religion, in der (u.a.) einen Brahman (Gott) verehrt wird. Der B. heute als Hinduismus bezeichnet.
Buddha – wörtlich: Erwachte/r; eine Person, die das Ziel des Buddhismus erreicht hat und damit befreit ist von den Fesseln des Ichglaubens.
Dharma – hier gewöhnlich die Bezeichnung für die Lehren des Buddha. Das Wort bedeutet Wahrheit, (Natur-)Gesetz, Wissenschaft, Lehre.
Dukkha – ein zentraler Begriff der Lehre Buddhas, am einfachsten mit „Unvollkommenheit“ oder „Unzulänglichkeit“ zu übersetzen, besser wäre „das Gefühl, dass etwas letztendlich nicht vollkommen zufriedenstellend ist. Älteste Übersetzungen von Buddhas Lehre übersetzten „Leiden“, was dazu führte, dass der Buddhismus als pessimistisch galt.
Erwachter – die deutsche Übersetzung von „Buddha”
Jainismus – Der Jainismus ist eine indische Religion, die es seit etwa 3500 Jahren gibt (teilweise wir er auf noch älter geschätzt. Seine großen Lehrer werden als „Furtbereiter“ bezeichnet, weil sie die Furt auf gezeigt haben, zu denen es an das andere Ufer (Nirwana) geht. Historisch belegt ist der letzte dieser Furtbereiter, Mahavira der zur gleichen Zeit lebte wie der Buddha. Er war radikaler als der Buddha und gewissermaßen sein Konkurrent auf dem Markt der neuen Religionen Indiens vor 2500 Jahren. Im Gegensatz zum Buddhismus ist der Jainismus in Indien niemals verschwunden. Heute bekennen sich in Indien mindestens fünf Millionen Menschen zum Jainismus. Der wohl weltweit berühmteste Inder bis heute – Mahatma Gandhi – stand dieser Religion nahe, deren Anhänger eine radikale Gewaltlosigkeit zu leben versuchen.
Jains – Anhänger der Religion des Jainismus
JHWH
– ist der Eigenname des Gottes bri den Juden. Da es in der
hebräischen Schrift keine Vokale gibt enthält er keine
Konsonanten.
Ausgesprochen wird er Jahwe, oder auch Jehova.
Karma – im Buddhismus jede absichtlich ausgeführte Handlung. Es wird davon ausgegangen, dass Handlungen Folgen haben, die (auch) auf den Verursacher zurückwirken.
Kaste – die indische Gesellschaft wird gemäß der hinduistischen Religion in streng voneinander abgetrennte Kasten eingeteilt, die wichtigsten Kasten sind die Brahmanen (Sanskrit: brāhmaṇa = Priester), kṣatriya (Sanskrit: Adel, Krieger, Beamte) und die vaiśya (Sanskrit: Kaufleute, Händler, Großgrundbesitzer) und śūdras (Sanskrit: Arbeiterklasse incl. Handwerker), darunter stehen die Dalits (Kastenlose, Unberührbare). Auf diese Art schuf der Hinduismus eine Apartheidsgesellschaft mit einer arischen Mittel- und Oberschicht, und einer indigenen Bevölkerung, die man nicht einmal berühren durfte; so sollte eine Rassenvermischung verhindern werden.
Kṣatriya (Sanskrit) höchste indische Kaste, umfasst Adel, Krieger, Beamte
Pāḷi – Pāḷi ist eine Schriftsprache, in der in erster Linie buddhistische Texteniedergeschrieben sind, sie wurde vom 6. Jhd. v. u. Z. bis zum 10 Jhd. u. Z. verwendet (mittelindische Zeit), ältere Texte sindaltindisch, die zuständige Schriftsprache ist Sanskrit. Es wird angenommen, dass Pāḷi aus dem Dialekt Magadhi abgeleitet wurde, dem Dialekt, der in Maghada, gesprochen wurde, einem der nordindischen Staaten, in dem sich derBuddha oft aufhielt. Das Wort Pāḷi bedeutet „Textzeile“, woraus schon deutlich wird, dass es sich umeine typische Schriftsprache handelt.
Pāḷi-Kanon – älteste Schriftensammlung des Buddhismus, hier sind u.a. die Lehrreden des Buddha enthalten
Pataliputra – Die Stadt (das heutige Patna) an der Mündung des Son in den Ganges wurde zu Buddhas Zeit von König Ajatasattu (unter dem namen Pataligama) gegründet worden. Ajatasattus Sohn Udayin machte sie dann zur Hauptstadt des Königreiches Maghada. Sowohl der Buddha als auch Mahavira besuchten die Stadt mehrfach und im Jahr 253 v.u.Z. fand hier das dritte buddhistische Konzil statt.
Pūjā - „Verehrung“, auch Bezeichnung für eine buddhistischesVerehrungsritual, das aus i.d.R. Gebeten, Opfergaben und Mantrarezitationen besteht, es kann auch Textlesungen enthalten
Puruschapura – Heute heißt die Stadt am östlichen Ausgang des Chaiber-Passes Peschawar und hat 2 Mio. Einwohner; zu Jesu´ Zeiten war die Stadt erst vor wenigen Jahrzehnten von den buddhistischen Königen Gandharas gegründet worden.
Rabbiner - das ist ein Funktionsträger in der Jüdischen Religion. Seine Hauptaufgabe ist es, die Tora (ein Teil des Tenach) zu lehren. Die Grundform des Rabbiners entwickelte sich, als sich gelehrte Lehrer versammelten, um die schriftlichen und mündlichen Gesetze des Judentums zu kodifizieren.
Rājagṛha – zu Buddhas Zeiten die Hauptstadt des Königreichs Maghada. Hier fand kurz nach Buddhas Tod das erste buddhistische Konzil statt. Heute ist die 50.000 Einwohner zählende Stadt relativ unbedeutend, sie heißt jetzt Rajgir und liegt im indischen Bundesstaat Bihar. In unmittelbarer Nähe lag die größte buddhistische Universität, wo gleichzeitig etwa 15.000 Studierende von 1000 Professoren unterrichtet wurden (Diese Zahlen beziehen sich aufs 5. Jhd. u.Z.)
rūpa – Form, Körper, auch die Bezeichnung für eine Buddhafigur
Śūdras - (Sanskrit) = Arbeiterklasse incl.
Handwerker, vierte (und niedigste) der Großkasten, darunter
gab es sog. „Unberührbare“
Uposatha – heißt wörtlich Fastentag. Alle sieben Tage ist Fastentag: bei Neumond, bei Vollond und bei Halbmond (es galt der Mondkalender). An diesen Tagen waren die Laienanhänger der Jains dazu aufgerufen zu leben wie die Mönche an den übrigen Tagen, die Mönche aber fasteten. Die Regeln bei den Buddhisten sind anders, dort sollen zwar die Laien auch enthaltsam leben und auf alle Unterhaltung (Musik, Gesang, Theater) verzichten. Die Mönche machen an diesem Tag das “Eingeständnis von Fehlern”, eine Art Beichte.
Vaiśya
––
(sanskr.) ist im indischen
Kastensytem die Bezeichnung für die aus Kaufleuten,
Händlern, Geldverleihern und Großgrundbesitzern
bestehende dritte Kaste der traditionellen vier Kasten
des Hinduismus.
vedanā – „Gefühlstönung, Empfindung“, diese kann positiv, negativ oder neutral sein. Vedanā ist eine der fünf notwendigen Bedingungen, damit eine Sinnenwahrnehmung stattfindet.
Veden – heilige Schriften des Hinduismus. Die vier klassischen Veden sind Rigveda, Samaveda, Yajurveda und Atharveda. Alle hinduistischen Religionen akzeptieren die Unantastbarkeit dieser vier Veden, jedoch rechnen einzelne Glaubensrichtungen individuell oft noch weitere Schriften hinzu.
Wiedergeburt – in Hinduismus reinkarniert sich die Seele nach dem Tode neu. Anders im Buddhismus, dieser kennt weder eine Seele noch ein Selbst, sondern nur Prozesse. Karmisch unvollkommene Prozesse, d. h. solche die mit Gier, Hass und Verblendung kontaminiert sind, führen zu einem Wiederentstehen. Gewohnheiten und Verhaltensmuster bestehen so weiter, auch über den Tod einer Person hinaus. Es ist aber nicht so, dass eine verstorbene Person, oder ein „Ich“ wiedergeboren wird. Der Buddha vermied den Ausdruck Wiedergeburt, da dies den Anschein erweckt, es gäbe ein Wesen, das wiedergeboren wird.
Fußnoten
Der Buchtext enthält zahlreiche Fußnoten, die teils auf Bibelzitate verweisen, teils auf andere Quellen. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass man erkennt, wie diese Erzählung sich so gut wie möglich an die Realität hält. Diese Fußnoten fehlen aus technischen Gründen in der Audiodatei. Wer Wert auf diese Zusammenhänge legt, der sei auf das Buch verwiesen.
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