Horst Gunkel : Die Jesus-Trilogie – Band 1
Jesus - die erste Indienreise
Ein plausibler Entwicklungsroman
Kapitel 20 Bei dem Brahmanen Audiodatei 16.08.2026 ( 52 Min.)
Begriffserläuterungen zu
Kapitel 20
Abba – Wenn Jesus Gott anbetete, verwendete er dieses aramäische Wort für „Vater“. Er nahm nicht die Anrede JHWH, die im Tenach verwendet wurde. Während JHWH den alttestamentarischen strengen Gott, der ursprünglich der Kriegsgott der Juden war, bezeichnet, interpretiert Jesus das Göttliche neu und sieht darin eine milde, verständnisvolle und unterstützende Vaterfigur.
Baktra – Hauptstadt von Baktrien
Baktrien - ist der historische Name einer Landschaft um die ehemalige Hauptstadt Baktra (das heutige Balch in Afghanistan), die nördlich des Hindukusch liegt. Baktrien, wurde zum Zentrum von Wissenschaft, buddhistisch-hinduistischer Theologie und Weltwirtschaft.
Benares – (heute: Varanasi im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, die bis auf das 11. Jh. v.u.Z. Zurückgeht). Es ist die Stadt, wo der Buddha erstmals den Dharma darlegte. Sie gilt als spirituelle Hauptstadt Indiens und zieht noch heute unzählige Hindu-Pilger an, die hier im heiligen Wasser des Ganges baden und Bestattungsrituale vornehmen. In den gewundenen Straßen der Stadt liegen rund 2.000 Tempel.
Bhārat
Gaṇarājya
– (Sprache:
Hindi)
indische
Bezeichnung
für Indien
Brahmā – einer
der Hauptgötter des Hinduismus, er
gilt dort als derSchöpfer. Der
Buddhismus kennt keinen
Schöpfergott.
Brahman (Sanskrit) bezeichnet in der hinduistischen Philosophie dieunveränderliche, unendliche, immanente und transzendente Realität, welche den ewigen Urgrund von allem darstellt, was ist.
Brahmanen – eine der Kasten im Hinduismus, nur Brahmanen dürfen religiöse Rituale vollziehen
Dalits – eine der Bezeichnungen für die Unberührbaren. Diese waren nicht wie die Kastenangehörigen Arier, die nach Indien eingewandert waren, sondern gehörten der dunkelhäutigeren Urbevölkerung an. Die indische Kastengesellschaft hatte dadurch ein Element von Apartheit.
Erwachen – andere spirituelle Traditionen sprechen von Erleuchtung, im Buddhismus verwenden wir besser den Ausdruck „Erwachen“ für das, was der Buddha erreicht hat. Während unter „Erleuchtung“ jeder etwas anderes verstehen kann, beschreibt „Erwachen“ das spezifisch Buddhistische, die Tatsache, dass die erwachte Person die drei Wesensmerkmale dukkha, anicca und anattā völlig verwirklicht hat. Es ist für die erwachte Person so, als sei alles, was vorher war, so absurd und unlogisch wie ein Traum, daher der Ausdruck „Erwachen“.
Galiläa – Ist ein großes Gebiet im Norden des heutigen Israel (westlich des Jordan, sowohl südlich als auch nördlich des See Genezareth. Der Begriff „Galiläa“ kommt aus dem Hebräischen und heißt eigentlich „Bezirk der Heiden“.
Hindu – Anhänger des Hinduismus
Hinduismus – Mehrheitsreligion in Indien schon zu Zeiten des Buddha und bis heute
Jainismus – Der Jainismus ist eine indische Religion, die es seit etwa 3500 Jahren gibt (teilweise wir er auf noch älter geschätzt. Seine großen Lehrer werden als „Furtbereiter“ bezeichnet, weil sie die Furt auf gezeigt haben, zu denen es an das andere Ufer (Nirwana) geht. Historisch belegt ist der letzte dieser Furtbereiter, Mahavira der zur gleichen Zeit lebte wie der Buddha. Er war radikaler als der Buddha und gewissermaßen sein Konkurrent auf dem Markt der neuen Religionen Indiens vor 2500 Jahren. Im Gegensatz zum Buddhismus ist der Jainismus in Indien niemals verschwunden. Heute bekennen sich in Indien mindestens fünf Millionen Menschen zum Jainismus. Der wohl weltweit berühmteste Inder bis heute – Mahatma Gandhi, ein gläubiger Hindu – stand dieser Religion nahe, deren Anhänger eine radikale Gewaltlosigkeit zu leben versuchen.
Jains – Anhänger der Religion des Jainismus
JHWH – ist der Eigenname des Gottes im Tanach. Da es in der hebräischen Schrift keine Vokale gibt enthält er keine Konsonanten. Ausgesprochen wird er Jahwe, oder auch Jehova.
Karma – im Buddhismus jede absichtlich ausgeführte Handlung. Es wird davon ausgegangen, dass Handlungen Folgen haben, die (auch) auf den Verursacher zurückwirken. Im Hinduismus hingegen wird meist davon ausgegangen, dass es karmisch heilsam sei, sich an die Regeln und Beschränkungen seiner Kaste zu halten und die Brahmanen (bezahlte) Opfer für einen bringen zu lassen.
Kaste – die indische Gesellschaft wird gemäß der hinduistischenReligion in streng voneinander abgetrennte Kasten eingeteilt, die wichtigsten Kasten sind die Brahmanen (Sanskrit: brāhmaṇa = Priester), kṣatriya (Sanskrit: Adel, Krieger, Beamte) und die vaiśya (Sanskrit: Kaufleute, Händler, Großgrundbesitzer) und śūdras(Sanskrit: Arbeiterklasse incl. Handwerker), darunter stehen die Dalits (Kastenlose, Unberührbare). Auf diese Art schuf der Hinduismus eine Apartheidsgesellschaft mit einerarischen Mittel- und Oberschicht, und einer indigenen Bevölkerung, die man nicht einmal berühren durfte; so sollte eineRassenvermischung verhindern werden.
Kṣatriya (Sanskrit) höchste indische Kaste, umfasst Adel, Krieger, Beamte
Mahāvira - wörtl.: „großer Held“ gilt vielen als der Begründer der indischen Religion Jainismus, die etwa zeitgleich mit dem Buddhismus entstanden ist. Die Lehre des Jainismus existiert in Indien bis auf den heutigen Tag; außerhalb des Subkontinents konnte sie jedoch – im Gegensatz zur Lehre Buddhas – nie nennenswert Fuß fassen.
Nazareth – kleiner Ort in Galiläa. Hier wuchs Jesus auf. Das „N“ in der Kreuzinschrift weist auf seine Herkunft hin (Jesus von Nazareth, König der Juden).
Pataliputra – Die Stadt (das heutige Patna) an der Mündung des Son in den Ganges wurde zu Buddhas Zeit von König Ajatasattu (unter dem namen Pataligama) gegründet worden. Ajatasattus Sohn Udayin machte sie dann zur Hauptstadt des Königreiches Maghada. Sowohl der Buddha als auch Mahavira besuchten die Stadt mehrfach und im Jahr 253 v.u.Z. fand hier das dritte buddhistische Konzil statt.
Prakrit –– Ich nenne die damalige Sprache im Folgenden „Prakrit“,obwohl dieser Ausdruck eigentlich erst ab dem Frühmittelalter verwendet wird. Es ist also gewissermaßen „Frühprakrit“. Eineandere Bezeichnung gibt es nicht, da dies keine Schriftsprache war, wir also keine überlieferten Zeugnisse haben. Eine Schriftsprachegab es damals nur für religiöse Schriften (Sanskrit) und Dekrete der Herrscher (Pali), die aber von der gesprochenen Sprache starkabweichen.
Rabbiner - das ist ein Funktionsträger in der Jüdischen Religion. Seine Hauptaufgabe ist es, die Tora (ein Teil des Tenach) zu lehren. Die Grundform des Rabbiners entwickelte sich, als sich gelehrte Lehrer versammelten, um die schriftlichen und mündlichen Gesetze des Judentums zu kodifizieren.
Rājagṛha – zu Buddhas Zeiten die Hauptstadt des Königreichs Maghada. Hier fand kurz nach Buddhas Tod das erste buddhistische Konzil statt. Heute ist die 50.000 Einwohner zählende Stadt relativ unbedeutend, sie heißt jetzt Rajgir und liegt im indischen Bundesstaat Bihar. In unmittelbarer Nähe lag die größte buddhistische Universität, wo gleichzeitig etwa 15.000 Studierende von 1000 Professoren unterrichtet wurden (Diese Zahlen beziehen sich aufs 5. Jhd. u.Z.)
Rigveda (sanskrit ऋग्वेद ṛgveda „Verse des Wissens“ ist der älteste Teil der vier Veden und zählt damit zu den wichtigsten Schriften des Hindiusmus.
Sanskrit – eine altindische Schriftsprache, die um 1500 v.u.Z. entstand, um die Veden, die heiligen Texte des Hinduismus niederzuschreiben.
Śiva – (sanskrit: Glückverheißender) ist einer der Hauptgötter des Hinduismus. Als Bestandteil der „hinduistischen Trinität“ (Trimurti) mit den drei Aspekten des Göttlichen, also mit Brahma, der als Schöpfer gilt, und Vishnu, dem Bewahrer, verkörpert Śiva das Prinzip der Zerstörung. Außerhalb dieser Trinität verkörpert er Schöpfung und Neubeginn ebenso wie Erhaltung und Zerstörung.
Śūdras - (Sanskrit) = Arbeiterklasse incl. Handwerker, vierte (und niedigste) der Großkasten, darunter gab es sog. „Unberührbare“
Tanach – oder Tenach (hebr. תנ״ך TNK) ist eine von mehreren Bezeichnungen für die Hebräische Bibel, die Sammlung der heiligen Schriften des Judentums er enthält unter anderem die Tora (Weisung). Das Christentum hat alle Bücher des Tanach - etwas anders geordnet – übernommen. Sie sind das Alte Testament.
Uposatha – heißt wörtlich Fastentag. Alle sieben Tage ist Fastentag: bei Neumond, bei Vollond und bei Halbmond (es galt der Mondkalender). An diesen Tagen waren die Laienanhänger der Jains dazu aufgerufen zu leben wie die Mönche an den übrigen Tagen, die Mönche aber fasteten. Die Regeln bei den Buddhisten sind anders, dort sollen zwar die Laien auch enthaltsam leben und auf alle Unterhaltung (Musik, Gesang, Theater) verzichten. Die Mönche machen an diesem Tag das “Eingeständnis von Fehlern”, eine Art Beichte.
Vaiśya –– (sanskr.) ist im indischen Kastensytem die Bezeichnung für die aus Kaufleuten, Händlern, Geldverleihern und Großgrundbesitzern bestehende dritte Kaste der traditionellen vier Kasten des Hinduismus.
Veden – heilige Schriften des Hinduismus. Die vier klassischen Veden sind Rigveda, Samaveda, Yajurveda und Atharveda. Alle hinduistischen Religionen akzeptieren die Unantastbarkeit dieser vier Veden, jedoch rechnen einzelne Glaubensrichtungen individuell oft noch weitere Schriften hinzu.
Viṣṇu - (sanskr.; sprich: Wischnu) ist eine der wichtigsten Formen des Göttlichen im Hinduismus. Er gilt als das bewahrende Prinzip.
Fußnoten
Der Buchtext enthält zahlreiche Fußnoten, die teils auf Bibelzitate verweisen, teils auf andere Quellen. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass man erkennt, wie diese Erzählung sich so gut wie möglich an die Realität hält. Diese Fußnoten fehlen aus technischen Gründen in der Audiodatei. Wer Wert auf diese Zusammenhänge legt, der sei auf das Buch verwiesen.
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