Horst Gunkel : Die Jesus-Trilogie – Band 1
Jesus - die erste Indienreise
Ein plausibler Entwicklungsroman
Kapitel 18 Tod und Auferstehung Audiodatei 02.08.2026 (69 Min.)
Begriffserläuterungen zu
Kapitel 18
Abba – Wenn Jesus Gott anbetete, verwendete er dieses aramäische Wort für „Vater“. Er nahm nicht die Anrede JHWH, die im Tenach verwendet wurde. Während JHWH den alttestamentarischen strengen Gott, der ursprünglich der Kriegsgott der Juden war, bezeichnet, interpretiert Jesus das Göttliche neu und sieht darin eine milde, verständnisvolle und unterstützende Vaterfigur.
Anattā – „Nicht-Ich“; da alles in Abhängigkeit von Bedingungen Entstandene vergänglich ist, kann es keinen festen unveränderlichen Wesenskern haben, also gibt es auch nicht so etwas wie ein festes „Ich“, eine der drei buddhistischen Grunderkenntnisse über alles Existierende (die anderen sind Unvollkommenheit und Vergänglichkeit); der anattā-Gedanke ist das Alleinstellungsmerkmal des Buddhismus.
Antioch – war eine der Hauptstädte des Seleukidenreiches, Neugründung im Jahre 300 v.u.Z. (nach einem Erdbeben). Die Stadt heißt heute Antakya und liegt im äußersten Süden der Türkei an der syrischen Grenze (nahe Aleppo). 64 v.Chr. verleibte sich das Römische Reich die Reste des Seleukidenreiches ein, Antioch wurde zur Hauptstadt der Provinz Syrien (neben Ägypten die reichste Provinz des Römischen Reiches). Zu Jesu Zeiten hatte Antioch 500.000 Einwohner und war damit eine der vier größten Städte des Reiches (neben Rom, Alexandria und Karthago). Der indische buddhistische Kaiser Aśoka (er regierte 268–232 v. Chr.) hat in seinem 13. Felsenedikt erklärt, wohin er buddhistische Missionare entsandt habe, u.a. zu König Amtiyoka von Syrien (d.i. Antiochos II. Theos, 261–246 v. Chr.).
.Aramäisch ist eine nordwest-semitische
Sprache, die sich im Gebiet des heutigen Syrien und seinen
umliegenden Gegenden entwickelte und in ihren ältesten
Inschriften für das 9.-8. Jh. v.d.Z. bezeugt ist. In wenigen
kleinen Sprachinseln heute noch lebendig, schaut die Sprache
auf eine fast 3000jährige Geschichte zurück.
Ashram – bezeichnet ursprünglich die Einsiedelei eines indischen Asketen, heute jedoch ein klosterähnliches Meditationszentrum einer hinduistisch beeinflussten Sekte an dem Anhänger einer spirituellen Lehre leben und sich unterweisen lassen. Den spirituellen Leiter und Führer eines Ashrams nennt man Guru.
.Baktra – Hauptstadt von Baktrien
.Baktrien
- ist der historische Name einer Landschaft um die ehemalige
Hauptstadt Baktra
(das heutige Balch in Afghanistan), die nördlich des
Hindukusch liegt. Baktrien, wurde zum Zentrum von
Wissenschaft, buddhistisch-hinduistischer Theologie und
Weltwirtschaft.
Benares – (heute: Varanasi im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, die bis auf das 11. Jh. v.u.Z. Zurückgeht). Es ist die Stadt, wo der Buddha erstmals den Dharma darlegte. Sie gilt als spirituelle Hauptstadt Indiens und zieht noch heute unzählige Hindu-Pilger an, die hier im heiligen Wasser des Ganges baden und Bestattungsrituale vornehmen. In den gewundenen Straßen der Stadt liegen rund 2.000 Tempel.
Bhārat Gaṇarājya – (Sprache: Hindi) indische Bezeichnung für Indien
Brahman (Sanskrit) bezeichnet in der hinduistischen Philosophie die unveränderliche, unendliche, immanente und transzendente Realität, welche den ewigen Urgrund von allem darstellt, was ist.
Brahmanen –
eine der Kasten
im Hinduismus, nur Brahmanen dürfen religiöse Rituale
vollziehen
Buddha – wörtlich: Erwachte/r; eine Person, die das Ziel des Buddhismuserreicht hat und damit befreit ist von den Fesseln des Ichglaubens.
Erleuchtung – Den Begriff gibt es in verschiedenen Religionen, ist jedoch dort meist nicht scharf definiert. Im Buddhismus ist er gleichbedeutend mit Erwachen, ein Zustand, in dem alle Triebe restlos erloschen sind.. Ein erleuchtetes Wesen sieht die Welt völlig unverblendet, das heißt, es hat den Dualismus (aus Subjekt und Objekt) überwunden, was bedeutet, dass es sich als nicht von der Umwelt getrennt sieht, dass der Glaube an ein „ich“ oder „Selbst“ überwunden ist. Dies ist keine rein intellektuelle Erkenntnis, sondern spiegelt sich im Denken, Fühlen und Handeln des/der Erleuchteten. In anderen Religionen wird Erleuchtung anders gesehen.
Erwachen – andere spirituelle Traditionen sprechen von Erleuchtung, im Buddhismus verwenden wir besser den Ausdruck „Erwachen“ für das, was der Buddha erreicht hat. Während unter „Erleuchtung“ jeder etwas anderes verstehen kann, beschreibt „Erwachen“ das spezifisch Buddhistische, die Tatsache, dass die erwachte Person die drei Wesensmerkmale dukkha, anicca und anattā völlig verwirklicht hat. Es ist für die erwachte Person so, als sei alles, was vorher war, so absurd und unlogisch wie ein Traum, daher der Ausdruck „Erwachen“.
.Erwachter – die deutsche Übersetzung von „Buddha”
.Essēner - eine religiöse Gruppe im antiken Judentum vor der Zerstörung des zweiten Tempels (70 n. Chr.) bezeichnet, deren wesentliche theologische Hauptmotive die „messianische Naherwartung“ und die „Kritik am unreinen Tempelkult“ in Jerusalem waren. Nach verschiedenen Angaben zeitgenössischer Autoren (Philon von Alexandria, Plinus d. Ä. und Flavius Josephus) befolgten sie strenge, zum Teil asketische Lebensregeln. Demnach war sie eine im 2. Hd. v. Chr. entstandene jüdische Ordensgemeinschaft in Palästina, die möglicherweise auch vom Zorastrismus, Pythagoreismus und vom Buddhismus beeinflusst worden war. (Wikipedia 10.1.24)
Guru – spiritueller Lehrer und/oder Anführer
Hindu – Anhänger des Hinduismus
Hinduismus – Mehrheitsreligion in Indien schon zu Zeiten des Buddha und bis heute
Jainismus – Der Jainismus ist eine indische Religion, die es seit etwa 3500 Jahren gibt (teilweise wir er auf noch älter geschätzt. Seine großen Lehrer werden als „Furtbereiter“ bezeichnet, weil sie die Furt auf gezeigt haben, zu denen es an das andere Ufer (Nirwana) geht. Historisch belegt ist der letzte dieser Furtbereiter, Mahavira der zur gleichen Zeit lebte wie der Buddha. Er war radikaler als der Buddha und gewissermaßen sein Konkurrent auf dem Markt der neuen Religionen Indiens vor 2500 Jahren. Im Gegensatz zum Buddhismus ist der Jainismus in Indien niemals verschwunden. Heute bekennen sich in Indien mindestens fünf Millionen Menschen zum Jainismus. Der wohl weltweit berühmteste Inder bis heute – Mahatma Gandhi, ein gläubiger Hindu – stand dieser Religion nahe, deren Anhänger eine radikale Gewaltlosigkeit zu leben versuchen.
Jains – Anhänger der Religion des Jainismus
Jhāna – (Palibegriff, in Sanskrit: dhyana) ist ein meditativer Vertiefungszustand; nach der häufigsten Einteilung gibt es acht aufeinander aufbauende Vertiefungen. Ziel dieser Vertiefungen ist die Überwindung des Ego sowie der Gedanken und das Erreichen einer kosmischen Verbundenheit, die im Buddhismus als Nondualität zwischen Ich und Ander gesehen wird (anattā = Nicht-Ich). Jhāna ist eine hohe buddhistische Tugend und eine der sechs Tugenden, die ein Bodhisattva übt.
JHWH – ist der Eigenname des Gottes im Tanach. Da es in der hebräischen Schrift keine Vokale gibt enthält er keine Konsonanten. Ausgesprochen wird er Jahwe, oder auch Jehova.
.Judäa – Name des Siedlungsgebietes der Juden zur Zeit Jesu. Judäa ist seit 63 v.u.Z. Teil von Palästina, das wiederum Teil der Provinz Syrien des Römischen Reiches ist.
Kali – hinduistische Göttin. Die Ikonografie zeigt Kali meist schwarz, manchmal blau dargestellt. Sie hat mehrere Arme, meist vier oder zehn, und trägt eine Halskette aus Schädeln, einen Rock abgeschlagene Arme, manchmal hängt ein totes Kind an ihrem Ohr. Die Attribute in ihren Händen können variieren: Meist hält sie einen abgeschlagenen Schädel, eine drohend erhobene Sichel und eine Blutschale. Auf vielen Darstellungen ist ihre rechte Hand erhoben und zeigt die segnende und trostgebende Handgeste. Sowohl in der Mythologie als auch in der Ikonografie sind weibliche Goldschakale Kalis wichtigste Begleittiere. Viele Texte beschreiben Kali als unabhängig von einer männlichen Gottheit. Mitunter aber ist da auch Śiva, als dessen Gefährtin oder Ehefrau sie ihn zu wildem, unzivilisiertem Verhalten anstiftet. Viele Bilder zeigen, wie sie auf Śiva tanzt oder steht. Denn im Mythos wird erzählt, einst habe Kali, trunken vom Blut ihrer Feinde, auf dem Schlachtfeld triumphierend getanzt. Um ihr Toben zu stoppen, habe Śiva sich hingelegt wie eine Leiche. Erst als Kali auf ihm tanzte, habe sie ihren Gemahl erkannt und eingehalten. Auf einer anderen Bedeutungsebene drückt das Bild der Kali auf dem leblosen Körper ganz deutlich ihre Überlegenheit aus: Sie ist der dynamische Aspekt Śivas (nach Wikipedia, 21.02.2024).
Kṣatriya (Sanskrit) höchste indische Kaste, umfasst Adel, Krieger, Beamte
Nazareth – kleiner Ort in Galiläa. Hier wuchs Jesus auf. Das „N“ in der Kreuzinschrift weist auf seine Herkunft hin (Jesus von Nazareth, König der Juden).
Puruschapura – Heute heißt die Stadt am östlichen Ausgang des Chaiber-Passes Peschawar und hat 2 Mio. Einwohner; zu Jesu´ Zeiten war die Stadt erst vor wenigen Jahrzehnten von den buddhistischen Königen Gandharas gegründet worden.
.Rabbiner - das ist ein Funktionsträger in der Jüdischen Religion. Seine Hauptaufgabe ist es, die Tora (ein Teil des Tenach) zu lehren. Die Grundform des Rabbiners entwickelte sich, als sich gelehrte Lehrer versammelten, um die schriftlichen und mündlichen Gesetze des Judentums zu kodifizieren.
Rājagṛha – zu Buddhas Zeiten die Hauptstadt des Königreichs Maghada. Hier fand kurz nach Buddhas Tod das erste buddhistische Konzil statt. Heute ist die 50.000 Einwohner zählende Stadt relativ unbedeutend, sie heißt jetzt Rajgir und liegt im indischen Bundesstaat Bihar. In unmittelbarer Nähe lag die größte buddhistische Universität, wo gleichzeitig etwa 15.000 Studierende von 1000 Professoren unterrichtet wurden (Diese Zahlen beziehen sich aufs 5. Jhd. u.Z.)
Sangha – spirituelle Gemeinschaft, hier besonders für die Gemeinschaft der Schülerinnen und Schüler des Buddha. Zur Sangha in engeren Sinn gehören nur Mönche und Nonnen, zur Sangha im engsten Sinn nur Erleuchtete.
.Seleukidenreich – Es gehörte zu den hellenistischen
Diadochenstaaten, die sich nach dem Tod Alexanders des Großen
bildeten. Während des 3. und 2. Jahrhunderts v. Chr. beherrschte
das 312 v. Chr. begründete Reich den Vorderen und erstreckte
sich in seiner größten Ausdehnung von Kleinasien (heute: Türkei)
bis Baktrien.
Śiva – (sanskrit: Glückverheißender) ist einer der Hauptgötter desHinduismus. Als Bestandteil der „hinduistischen Trinität“ (Trimurti)mit den drei Aspekten des Göttlichen, also mit Brahma, der als Schöpfer gilt, und Vishnu, dem Bewahrer, verkörpert Śiva das Prinzip der Zerstörung. Außerhalb dieser Trinität verkörperter Schöpfung und Neubeginn ebenso wie Erhaltung und Zerstörung.
.Synagoge – (von altgriechisch συναγωγή synagōgē, „Versammlung“) ist ein Gebäude, das der Versammlung, dem gemeinsamen Gottesdienst und oft auch als Lehrhaus einer jüdischen Gemeinde dient. Sie ist die wichtigste Institution im Judentum.
Tanach – oder
Tenach (hebr. תנ״ך
TNK) ist eine von
mehreren Bezeichnungen für die Hebräische Bibel, die Sammlung
der heiligen Schriften des Judentums er enthält unter anderem
die Tora (Weisung). Das Christentum hat alle Bücher des Tanach -
etwas anders geordnet – übernommen. Sie sind das Alte Testament.
Theravāda – eine der frühen Schulen des Buddhismus, die einzige Hinayana-Richtung, die noch existiert. Theravāda bedeutet „Schule der Älteren“, was darauf hinweisen soll, dass ihre Anhänger den Buddhismus so praktizieren, wie das der Buddha selbst gemacht hat. Bei ihnen stehen die Lehrereden des Pāḷi-Kanon, der ältesten buddh. Schriften im Mittelpunkt.
Uposatha – heißt wörtlich Fastentag. Alle sieben Tage ist Fastentag: bei Neumond, bei Vollond und bei Halbmond (es galt der Mondkalender). An diesen Tagen waren die Laienanhänger der Jains dazu aufgerufen zu leben wie die Mönche an den übrigen Tagen, die Mönche aber fasteten. Die Regeln bei den Buddhisten sind anders, dort sollen zwar die Laien auch enthaltsam leben und auf alle Unterhaltung (Musik, Gesang, Theater) verzichten. Die Mönche machen an diesem Tag das “Eingeständnis von Fehlern”, eine Art Beichte.
Vipassanā – Meditationen, die als Einsichtspraktik dienen,Klarblicks-Meditation
Yoga – das indogermanische Wort ist gleichbedeutend mit dem Deutschen „Joch“ (anjochen, anschirren, zusammenbinden), was eindeutig auf Diszipilierung hinausläuft. Yoga ist eine aus Indien stammende philosophische Lehre (vgl. Yogacara), wer sie praktiziert ist Yogi bzw. Yogini. In Europa und Nordamerika wurden bis vor kurzem unter dem Begriff Yoga oft nur körperliche Übungen verstanden – die Asanas oder Yogasanas – und der Begriff somit weitgehend mit Hatha Yoga gleichgesetzt.
Yogacara - „Nur-Geist-Schule“, eine Schulrichtung des Buddhismus, geht davon aus, dass der Geist das Ursprüngliche sei und alles andere, alles Materielle nur eine Projektion des Geistes ist.
Yogi – eigentlich ein Yoga-Übender, das Wort wird (wie hier) jedoch auch im indischen Kulturraum benutzt, um asketische Meditationsmeister zu bezeichnen.
Fußnoten
Der Buchtext enthält zahlreiche Fußnoten, die teils auf Bibelzitate verweisen, teils auf andere Quellen. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass man erkennt, wie diese Erzählung sich so gut wie möglich an die Realität hält. Diese Fußnoten fehlen aus technischen Gründen in der Audiodatei. Wer Wert auf diese Zusammenhänge legt, der sei auf das Buch verwiesen.
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