Horst Gunkel: Die Jesus-Trilogie – Band 1

Jesus - die erste Indienreise

Ein plausibler Entwicklungsroman



Kapitel 12    Gandhara                              Audiodatei  22.06.2026 (74 Min.)


Begriffserläuterungen zu Kapitel 12

Arahat (Arahant)Heiliger, vollkommen Erleuchteter

brahma vihāra - „göttliche Weilungen“ oder „erhabene Geisteszustände“, Oberbegriff für mettā, mudita, karunā und upekkhā

Dharma – hier gewöhnlich die Bezeichnung für die Lehren des Buddha. DasWort bedeutet Wahrheit, (Natur-)Gesetz, Wissenschaft, Lehre.

Einmalwiederkehr – zweite Stufe der Heiligkeit, ein Einmalwiederkehrer. Er/sie hat den Persönlichkeitsglauben überwunden, führt keine sinnentleerten Rituale aus und zweifelt nicht mehr am Dharma. Außerdem hat er Gier und Hass in ihren gröberen Formen überwunden. Der Name bedeutet, dass er nur noch einmal wiedergeboren wird.

Erwachen – andere spirituelle Traditionen sprechen von Erleuchtung, im Buddhismus verwenden wir besser den Ausdruck „Erwachen“ für das, was der Buddha erreicht hat. Während unter „Erleuchtung“ jeder etwas anderes verstehen kann, beschreibt „Erwachen“ das spezifisch Buddhistische, die Tatsache, dass die erwachte Person die drei Wesensmerkmale dukkha, anicca und anattā völlig verwirklicht hat. Es ist für die erwachte Person so, als sei alles, was vorher war, so absurd und unlogisch wie ein Traum, daher der Ausdruck „Erwachen“.

Erwachter – die deutsche Übersetzung von „Buddha”

Essēner eine religiöse Gruppe im antiken Judentum vor der Zerstörung des zweiten Tempels (70 n. Chr.) bezeichnet, deren wesentlichetheologische Hauptmotive die „messianische Naherwartung“ und die „Kritik am unreinen Tempelkult“ in Jerusalem waren. Nachverschiedenen Angaben zeit­genössischer Autoren (Philon von Alexandria, Plinus d. Ä. und Flavius Josephus) befolgten siestrenge, zum Teil asketische Lebensregeln. Demnach war sie eine im 2. Hd. v. Chr. entstandene jüdische Ordensgemeinschaft in Palästina,die möglicherweise auch vom Zorastrismus, Pythagoreismus und vom Buddhismus beeinflusst worden war.

Gandhāra – Antiker Staat mit Peschawar als Hauptstadt, der Teile desheutigen Afghanistan und Pakistan umfasste. Die frühere persischeProvinz wurde von Alexander dem Großen erobert. Nach dessen Todverfiel sein Weltreich. Hier begegneten sich indische und hellenistische Kultur. Zu Zeit des indischen Kaisers Aśoka verbreitete sich hier der Buddhismus und die buddhistischen Kulturwurde von griechischen Einflüssen geprägt. Hier entstanden auch erste Buddhabildnisse, die den griechischen Gott Apollo als Vorbildfür unsere heutigen Buddhastatuen nahmen. Hindukusch– Hochgebirge (bis 7700 m) in weiten Teilen Afghanistans und dem Nordwesten Pakistans. Der Name bedeutet Hindu-Mörder und zeigt an,wie mörderisch diese Passage der Seidenstraße war

.JHWH – ist der Eigenname des Gottes im Tanach. Da es in der hebräischen Schrift keine Vokale gibt enthält er keine Konsonanten. Ausgesprochen wird er Jahwe, oder auch Jehova.

kalyāṇa-mittatā Freund heißt auf Pali mitta, mittatā; kalyana bedeutet Freundschaft, der Ausdruck heißt also “schöne Freundschaft”und bedeutet, dass diese Freundschaft nicht aus egoistischen Motiven (wie sexuellem Interesse oder dem “eine-Hand-wäscht-die-andere-Prinzip” gepflegt wird, sondern aus spirituellem Interesse, d.h. man unterstütze einander beim Pfad in RichtungErwachen.

Karma – im Buddhismus jede absichtlich ausgeführte Handlung. Es wirddavon ausgegangen, dass Handlungen Folgen haben, die (auch) auf den Verursacher zurückwirken.

Mettā (Pali) eine sehr positive Emotion: Wohlwollen, Zuneigung, (nichterotische) Liebe, oft als „liebende Güte“ übersetzt. Mitunter wird sie auch als „Allgüte“ bezeichnet, denn mettā soll allen Wesen in gleicher Weise entgegen gebracht werden. Es ist das, was beispielsweise Jesus meint, wenn er sagt, man solle nicht nur seinen Nächsten lieben wie sich selbst, sondern sogar seinen Feind

Mettā Bhāvanā – Meditation zur Schaffung von Bedingungen damit mettā entsteht, normalerweise in fünf Phasen geübt (1) mettā für sich selbst, (2) für einen guten, edlen Freund/Freundin, (3) für eine neutral besetzten Person, (4) für eine schwierige Person (Feind) und (5) für allen fühlenden Wesen.

.Nazareth – kleiner Ort in Galiläa. Hier wuchs Jesus auf. Das „N“ in der Kreuzinschrift weist auf seine Herkunft hin (Jesus von Nazareth, König der Juden).

Nichtwiederkehrer – man unterscheidet vier Stufen der Heiligkeit, die unterste ist der Stromeintritt, es folgt der Einmalwiederkehrer (der noch einmal wiedergeboren wird), der Nichtwiederkehrer (der in einem himmlischen Gefilde lebende, der von dort ins Nirwana eingehen wird, ohne wiedergeboren zu werden) und der Arahat

.Palästina – Den Staat Israel gibt es erst seit 1948. Die Region, in der Jesus geboren wurde, wird Galiläa genannt. Galiläa war zu Jesu Zeit bestandteil von Palästina, das wiederum zur Provinz Syrien der Römsichen Reiches gehörte.

PāḷiPāḷi ist eine Schriftsprache, in der in erster Linie buddhistische Texte niedergeschrieben sind, sie wurde vom 6. Jhd. v. u. Z. bis zum 10 Jhd. u. Z. verwendet (mittelindische Zeit), ältere Texte sind altindisch, die zuständige Schriftsprache ist Sanskrit. Es wird angenommen, dass Pāḷi aus dem Dialekt Magadhi abgeleitet wurde, dem Dialekt, der in Maghada, gesprochen wurde, einem der nordindischen Staaten, in dem sich der Buddha oft aufhielt. Das Wort Pāḷi bedeutet „Textzeile“, woraus schon deutlich wird, dass es sich um eine typische Schrift­sprache handelt.

Pāḷi-Kanon – älteste Schriftensammlung des Buddhismus, hier sind u.a. die Lehrreden des Buddha enthalten.

paṭiccasamuppādaBedingte Entstehung, zentrale Lehre des Buddha. Häufig als zwölfgliedrige Kette des bedingten Entstehens dargestellt: (1) Unwissenheit – (2) Geistesformationen – (3) Bewusstsein – (4) Körper und Geist – (5) sechs Sinnengrundlagen aller geistigen Vorgänge – (6) Kontakt – (7) Empfindung – (8) Verlangen – (9) Anhaften – (10) Werdeprozess – (11) (Wieder-)Geburt – (12) Alter und Tod. - Eigentlich ist dies die zentrale Lehre des Buddha: Alles entsteht in Abhängigkeit von Bedingungen. Fallen eine oder mehrere Bedingungen weg, wird das Ergebnis ein anderes sein, bzw. das zuvor Entstandene verschwindet oder ändert sich.

Puruschapura Heute heißt die Stadt am östlichen Ausgang des Chaiber-Passes Peschawar und hat zwei Mio. Einwohner. Zu Jesu Zeiten war sie erst vor wenigen Jahrzehnten von den buddhistischen Königen Gandhāras gegründet worden. Der Name Puruschapura heißt übersetzt „Männerstadt“, was darauf hindeuten könnte, dass sie in der ersten Zeit vor allem von Mönchen und Staatsbeamten besiedelt war.

.Rabbiner das ist ein Funktionsträger in der Jüdischen Religion. Seine Hauptaufgabe ist es, die Tora (ein Teil des Tenach) zu lehren. Die Grundform des Rabbiners entwickelte sich, als sich gelehrte Lehrer versammelten, um die schriftlichen und mündlichen Gesetze des Judentums zu kodifizieren.

Sanskrit – eine altindische Schriftsprache, die um 1500 v.u.Z. entstand, um die Veden, die heiligen Texte des Hinduismus niederzuschreiben.

Sanskrit-Kanon – Sammlung buddh. Schriften, alle Exemplare wurden während der islamischen Besatzung Indiens vernichtet, es gibt aber noch Übersetzungen davon in Chinesischer Sprache.

Stromeintritt – So etwas wie die erste Stufe der Heiligkeit im Buddhismus, die weiteren Stufen sind Einmalwiederkehr, Nichtwiederkehr und Arahatschaft (vollständige Heiligkeit, Erleuchtung). Stromeingetretene können nie wieder hinter diesen Zustand zurückfallen, sind also der baldigen Erleuchtung (spätestens nach sieben Leben, so heißt es) sicher.

Tanach oder Tenach (hebr. תנ״ך TNK) ist eine von mehreren Bezeichnungen für die Hebräische Bibel, die Sammlung der heiligen Schriften des Judentums er enthält unter anderem die Tora (Weisung). Das Christentum hat alle Bücher des Tanach - etwas anders geordnet – übernommen. Sie sind das Alte Testament.

Therapeuten - (altgr. Θεραπευταί) waren eine der Mystik zugewandte Gruppe jüdischer Einsiedler im Ägyptenvom Anfang des 1. Jhd. v. u.Z. Die Quelle dessen, was wir über die Therapeuten wissen, ist Philon vonAlexndria der in der ersten Hälfte des 1. Jhd. u.Z. lebte. Er beschreibt die Therapeuten in der Schrift De Vita contemplativa („Über das kontemplative Leben“). Die Therapeuten gelten mit denEssenern als Vorläufer des christlichen Mönchstums. Von einigen Historikern wird die Hypothese vertreten, dass die BezeichnungΘεραπευταί für den vorchristlichen Mönchs- und Nonnenorden möglicherweiseeine Verformung des Sanskrit-/Paliwortes „Theravada“ war, einer Form des Buddhismus.

Theravāda - eine der frühen Schulen des Buddhismus, die einzige Hinayana-Richtung, die noch existiert. Theravāda bedeutet „Schule der Älteren“, was darauf hinweisen soll, dass ihre Anhänger den Buddhismus so praktizieren, wie das der Buddha selbst gemacht hat. Bei ihnen stehen die Lehrereden des Pāḷi-Kanon, der ältesten buddh. Schriften im Mittelpunkt.

Zufluchtnahme – Akt, mit dem sich ein/e Buddhist/in zu Buddha, Dharma und Sangha bekennt, mitunter auch als dreifache Zufluchtnahme bezeichnet.


Fußnoten

Der Buchtext enthält zahlreiche Fußnoten, die teils auf Bibelzitate verweisen, teils auf andere Quellen. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass man erkennt, wie diese Erzählung sich so gut wie möglich an die Realität hält. Diese Fußnoten fehlen aus technischen Gründen in der Audiodatei. Wer Wert auf diese Zusammenhänge legt, der sei auf das Buch verwiesen.


Zurück zur Seite Die Jesus-Trilogie

Zurück zur Heimatseite

Zur Übersicht Jesus - die erste Indienreise

© 2026 Copyright by Horst Gunkel, Vacha